CLOPPENBURG - CLOPPENBURG - Die Liebfrauenschule (ULF) Cloppenburg feilt an einem neuen christlichen Leitbild. Es soll das Herzstück des künftigen Schulprogramms sein, damit das nicht nur ein Profil, sondern auch ein Gesicht bekommt. „Das alte Leitbild des Ordens Unserer Lieben Frau verblasst immer mehr, je weiter wir uns von dieser Zeit entfernen“, sagte gestern der stellvertretende ULF-Direktor und Leiter der Arbeitsgruppe, Christoph Grunewald. „Früher war es der Begriff Nonnenkasten, der das Leitbild symbolisierte“, bringt es Lehrer Stephan Suttrup auf den Punkt. „Jetzt suchen wir einen griffigen Slogan, der das zum Ausdruck bringt, was wir mit unserem christlichen Bildungsauftrag ausdrücken wollen.“ 1994 übernahm der Bischof die Trägerschaft der Liebfrauenschule vom Orden.
Das neue Leitbild soll nach Aussagen von Grunewald widerspiegeln, „was die Schule im Innersten zusammenhält“. Diese christlichen Werte sollen als Glaubensbekenntnis bewusst nach außen getragen werden, damit die Liebfrauenschule als katholische Angebotsschule klar von anderen Bildungseinrichtungen unterscheidbar ist. „Unser Leitbild ist unser Bekenntnis und darf auch ruhig Reibung erzeugen“, meinte Lehrer Paul Fröhle. Dahinter steckt auch der Zukunftsplan des Bischöflichen Offizialats Vechta, das die Kirche und all seine Einrichtungen in unserer Gesellschaft neu positionieren will.
Dass es Bedarf für ein christlich orientiertes Gymnasium in Cloppenburg gebe, betonte in diesem Zusammenhang Direktor Peter Varelmann. Bei den Anmeldungen für die vier neuen fünften Klassen sei der Andrang so groß gewesen, dass an die 30 Kinder, quasi eine Klasse, abgewiesen werden mussten.
Am 9. und 10. März gehen die 65 Lehrerinnen und Lehrer in Stapelfeld in Klausur und erarbeiten gemeinsam das neue Leitbild und seine praktische Umsetzbarkeit. „Wir als Arbeitsgruppe können etwas entwickeln. Doch eine Identifikation im Kollegium entsteht nur, wenn alle beteiligt sind“, erklärte Fröhle. Von den Eltern wird der Vorsitzende der Elternvertretung, Dr. Heinrich Dickerhoff, beteiligt sein. Die Schülervertreter werden erst mit dem fertigen Leitbild-Entwurf konfrontiert, der in der Gesamtkonferenz am 23. März zur Abstimmung steht.
