CLOPPENBURG - Für die Umsetzung eines kirchlichen Oberschul-Konzepts an der Marienschule in Cloppenburg will das Bischöflich Münstersche Offizialat in Vechta rund vier Millionen Euro in die Hand nehmen. Das gab Offizialats-Schulrat Heinrich Blömer am Dienstagabend bei der Sitzung des städtischen Schulausschusses bekannt.
Gemeinsame Beschulung
Während die Haupt- und Realschüler unter dem Dach der beiden städtischen Oberschulen Pingel Anton/Galgenmoor und Leharstraße weiterhin getrennt beschult werden, sollen die der bisherigen HS/RS Marienschule künftig dreizügig gemeinsam unterrichtet werden. Bislang war der Hauptschulzweig der Marienschule an der Kirchhofstraße zweizügig und der Realschulzweig an den Wallgärten dreizügig gefahren worden. Mit der Zusammenlegung von Haupt- und Realschule geht also eine Reduzierung der Schulplätze einher. Damit reagiere man auf die künftig geringeren Schülerzahlen, so Blömer.
Neues Raumkonzept
Um die Zusammenlegung auch räumlich hinzubekommen, müssten – so Blömer weiter – folgende Baukonzepte umgesetzt werden: Der heutige Hauptschulstandort Kirchhofstraße wird sukzessive aufgegeben, die Marienschule konzentriert sich dann auf den Standort Wallgärten. In die frei werdenden Räumlichkeiten an der Kirchhofstraße könnte die St.-Andreas-Kindertagesstätte einziehen, die sich im Moment in einem stark renovierungsbedürftigen Gebäude am Fröbelweg befindet.
Multifunktionsgebäude
Am Marienschul-Standort Wallgärten soll für rund 2,75 Millionen Euro ein Multifunktionsgebäude mit Fachräumen sowie Mensa und Aula gebaut werden. Letztere könnte vom benachbarten Gymnasium Liebfrauenschule mitgenutzt werden. An den Baukosten sollen sich nach den Vorstellungen des Offizialats Stadt und Kreis mit jeweils 687 000 Euro beteiligen.
Im Gebäude des Kindergartens St. Josef, der im Sommer in sein neues Domizil am Dornkamp 40 umzieht, sollen ebenfalls Fachräume (Werken, etc.) entstehen. Der Umbau kostet 600 000 Euro, die Ausstattung 300 000 Euro. Hier soll sich die Stadt mit 300 000 Euro beteiligen. Die bauliche Neuordnung der Klassenräume im bisherigen Realschulstandort Wallgärten schlägt mit 300 000 Euro zu Buche. Zurzeit hat die Marienschule noch einige Fachräume im Gebäude der benachbarten Grundschule (GS) Wallschule. Diese könnten nach der Rückgabe für die Arbeit der GS bzw. für einen Hort genutzt werden.
Höhere Personalkosten
Zudem resultieren aus dem kirchlichen Oberschul-Konzept erhöhte Personalkosten. Dadurch, dass die Schüler an vier Tagen in der Woche ganztägig zur Schule gehen und gemeinschaftlich Mittagessen müssen sowie Lehrer-Doppelbesetzungen im Übenden Lernen genießen, kommen zusätzlich 260 000 Euro jährlich auf den Schulträger zu: 200 000 Euro im Bereich Lehrkräfte und 60 000 Euro für Honorarkräfte im Bereich Arbeitsgemeinschaften.
Vier neue Profile
Nach der gemeinsamen Beschulung der bisherigen Haupt- und Realschüler in den Klassenstufen fünf bis acht, können die Mädchen und Jungen in den Jahrgängen neun und zehn dann zwischen vier verschiedenen Profilen wählen. Während die stärkeren Schüler Profile wie „Wirtschaft“, „Technik“, „Gesundheit und Soziales“ wählen, schließen sich die schwächeren eher dem „Praxisprofil“ an. Dieses sieht unter anderem vor, dass einmal in der Woche die Berufsschule besucht wird.
„Fachunterricht“, „Fächerverbindender Unterricht“, „Wochenanfangs- und Abschlusskreis“, „Selbstständiges Lernen“ und „offener Anfang“ (die Schüler können bereits ab 7.30 Uhr in der Schule arbeiten, während der Unterricht erst um acht Uhr beginnt) heißen die weiteren Stundenplan-Elemente.
