CLOPPENBURG - Zunächst hieß sie Landwirtschaftshalle, dann Ausstellungshalle, jetzt Dr.-Helmut-Ottenjann-Halle: Der Leiter des Museumsdorfs Cloppenburg, Professor Dr. Uwe Meiners, hat am Dienstagabend im Beisein der Familie Ottenjann der Halle neben dem Verwaltungsgebäude offiziell den Namen seines Vorgängers verliehen, des „gedanklichen Erbauers“, so Meiners.
Die Ausstellungshalle, sagte Professor Meiners, sei fast ganz alleine dem „Strategievermögen und Erfindungsreichtum seines Vorgängers zu verdanken“. Die Umbenennung erfolgte am Rande eines Kolloquiums zu Ehren Ottenjanns, zu dem rund 60 Fachleute ins Museumsdorf gekommen waren.
„Helmut Ottenjann hat die Museumswissenschaft in Deutschland zwischen 1965 und 1995 in entscheidender Weise geprägt“, würdigte Professor Meiners die Arbeit des Volkskundlers, der 35 Jahre lang dem Museumsdorf vorstand. Er habe die „Trias des Sammelns, Präsentierens und Forschens wohl in Perfektion beherrscht“. Ottenjann habe das Freilichtmuseum nicht nur als Dokumentations- und Präsentationsstätte, sondern auch als Ort der Erforschung regionaler Kultur- und Sozialgeschichte verstanden.
Ottenjann habe viel publiziert, er habe etwa die Materialen-Reihe begründet, in der nunmehr der 42. Band vorbereitet wird. Eine der besonderen Leistungen Ottenjanns sieht Meiners in der Bereitschaft zu „interdisziplinärer Zusammenarbeit“. Er habe es mit großer Kooperationsfähigkeit und Ideenreichtum immer wieder verstanden, Wissenschaftler aus Universitäten und Museen zu innovativen Forschungsarbeiten zusammen zu führen.
„Er hatte eine unglaubliche Gabe zu begeistern“, erinnerte sich Prof. Meiners an den 2010 verstorbenen Cloppenburger. Den Sammlungsobjekten habe er eine Öffentlichkeit in Form von Ausstellungen gegeben, die international Beachtung gefunden hätten. „Auch in dieser Hinsicht betrat Ottenjann Neuland.“ 28 historische Gebäude seien in den 35 Jahren Amtszeit Ottenjanns errichtet worden, darunter auch die Wehlburg, die heute zum Aushängeschild des Museumsdorfes zähle.
In der Dr.-Helmut-Ottenjann-Halle sind historische landwirtschaftliche Geräte ausgestellt: von der Kartoffelpflanzmaschine etwa aus dem Jahre 1910 über den Karren-Beetpflug um 1850 bis zu Hanomag- und Lanz-Traktoren.
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