CLOPPENBURG - Ab dem kommenden Schuljahr trifft in den Schulen nicht mehr die Gesamtkonferenz, sondern ein Schulvorstand die wesentlichen Entscheidungen. Nach Ansicht von Hermann Giesemann, Mitglied des Landeselternrates, werde sich dadurch die Schullandschaft entscheidend verändern. Giesemann sprach in Cloppenburg vor Lehrern und Eltern über das neue Gesetz.

Die künftigen Vorstände setzen sich aus Lehrern, Eltern und Schülern zusammen. Die Zahl der Mitglieder richtet sich nach der Schulgröße. Grundsätzlich ist eine paritätische Besetzung vorgesehen: 50 Prozent Lehrer, 50 Prozent Eltern und Schüler. Im Falle einer Pattsituation bildet der Schulleiter oder die Schulleiterin das Zünglein an der Waage. „Ein guter Schulvorstand sollte aber mit breiter Mehrheit entscheiden“, betonte der Referent. Es gehe um ein Miteinander und nicht um ein Gegeneinander.

Aufgaben des Schulvorstandes werden unter anderem die Umsetzung eines Schulprogramms, die Anschaffung von Material oder die Gestaltung des Schulalltages sein. Der Vorstand organisiert sich selbst. Er bestimmt die Zahl der Sitzungen und kann Arbeitskreise mit Fachleuten zu bestimmten Themen einrichten. Grundsätzlich soll ein Vertreter des Schulträgers an den Sitzungen teilnehmen.

An der Wahl zum Schulvorstand können sich alle Eltern der Schule beteiligen, auch die Schülervertreter werden von allen Schülern bestimmt. Eltern werden für zwei Jahre gewählt, die Schülervertreter für ein Jahr. Um den gewählten Eltern das notwendige Wissen zu vermitteln, werden „Elterntrainer“ ausgebildet. Im Landkreis Cloppenburg sollen nach den Sommerferien sieben zur Verfügung stehen. „Es wird einiges auf die Eltern zukommen“, meinte Georg Bahl, der Vorsitzende des Cloppenburger Kreiselternrates. „Unser Ziel ist es, die Qualität unserer Schulen zu verbessern“.

Der Kreisschülerrat war zu der Veranstaltung im Cloppenburger Kreishaus zwar nicht erschienen, der Landeselternrat werde sich aber auch um die Schülervertreter kümmern, versprach Giesemann.