CLOPPENBURG - Eine dauerhafte Sicherung des Angebotes hängt von Zuschüssen ab. Die Schule wünscht sich eine Mensa.

Von Michael Loots

Die evangelische Paul-Gerhardt-Schule (PGS) in Cloppenburg ist die einzige offene Ganztagsgrundschule im Landkreis. Die Kinder essen nach dem Unterricht in der Schule zu Mittag, spielen Fußball oder Schach, voltigieren, sind Pfadfinder oder Schülersanitäter, erfahren Hilfe bei den Hausaufgaben oder Förderunterricht.

Das alles passiert auf freiwilliger Basis und funktioniert nur durch das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer, pädagogischen Mitarbeiter und ehrenamtlich tätigen Menschen aus der evangelischen Gemeinde, Verbänden und Vereinen, gestützt durch Spenden. Ziel ist es, den Kindern – unabhängig von sozialer Herkunft und den finanziellen Möglichkeiten ihrer Eltern – eine umfassende Erziehung und Bildung angedeihen zu lassen. Immerhin kommen 78 Prozent der PGS-Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund.

Professor Dr. Dietmar Pohlmann, im Oberkirchenrat der evangelisch-lutherischen Kirche in Oldenburg für Bildungsfragen und Theologie zuständig, hob gestern bei einem Informationsbesuch in Cloppenburg den Bildungsauftrag als gemeinsame Aufgabe von Staat und Kirche hervor. Das Konzept der PGS lobte er als zukunftsweisend und förderungswürdig. Deshalb sollte vom Land eine Förderung eingefordert werden.

Das haben Schule und Stadt bereits getan. Öffentliche Mittel für den Ausbau von Ganztagsschulen sind beantragt, die PGS würde damit gerne eine Mensa bauen. Denn bislang müssen die Kinder in den Klassen essen. Allein am „Eintopftag“ versorgt die Schulküche bis zu 110 Mädchen und Jungen.

Auch Cloppenburgs Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese lobte gestern die Kooperationen und das hohe Engagement der Beteiligten. Um für dieses Angebot aber dauerhafte Voraussetzungen zu schaffen, sei finanzielle Unterstützung des Landes nötig. Dort müssten den Worten Taten folgen, sagte Wiese. Schule und Kommune allein seien damit überfordert.

Zurückhaltend äußerte sich deshalb der Bürgermeister zur Mensa. Für ihn ist nicht der Bau entscheidend, sondern die spätere Unterhaltung. Und Georg Dwertmann, Fachbereichsleiter und zuständig für die Schulen der Stadt, kritisierte das Land für fehlende finanzielle und personelle Rahmenbedingungen bei Projekten. Er hält deshalb auch Sponsoren für nötig, um das Essen in einer Mensa bezahlbar zu machen.