CLOPPENBURG - Vor der Ratssitzung an diesem Montag hat der TV Cloppenburg ablehnend auf einen Antrag reagiert, in dem die CDU-Stadtrats-Fraktion die Errichtung einer Leichtathletikanlage vom Typ C vor der Haupttribüne beantragen wird. Der sieht vor, die Wurf-, Sprung- und Stoßdisziplinen – so sie dort keinen Platz finden – im ehemaligen Fahrerlager separat zu errichten.
Ein uneingeschränktes Training ohne zusätzliches Aufsichtspersonal sei mit dieser Trennung nicht möglich, kritisiert der TVC in einer Stellungnahme den CDU-Antrag, der „in keiner Weise“ den TVC-Planungen entspreche. Der CDU-Antrag würde das Stadion dem BV Cloppenburg zur alleinigen Nutzung überlassen. Der Sportverein bemängelt ferner, dass die CDU den Antrag ohne Rücksprache mit dem TVC erstellt habe.
Sollte der TVC diesem Vorschlag nicht zustimmen – heißt es weiter in dem CDU-Antrag – solle ihm die Möglichkeit gegeben werden, am Cappelner Damm oder auf alternativem Gelände eine neue Leichtathletikanlage vom Typ B zu errichten. Für diesen Fall soll die Stadt den Förderanteil des Landes und des Kreises auf maximal 80 Prozent der Gesamtkosten aufstocken. Von den verbleibenden 20 Prozent der Gesamtkosten, die der Verein als Eigenanteil gemäß Sportförderungsrichtlinien leisten soll, soll die Stadt weitere 50 Prozent tragen. Dafür soll im Gegenzug der TVC die Anlage kostenlos dem Schulsport zur Verfügung stellen, so die Vorstellung der CDU. Ferner solle die 400-Meter-Laufbahn im Stadion saniert werden – der TVC hält diese Lösung für „einen Schildbürgerstreich“.
Der Turnverein lehnt den Alternativstandort „Cappelner Damm“ ab und hält an den Plänen im Stadion fest. Auch die Sportlehrer der Cloppenburger Schulen hatten sich für das Stadion ausgesprochen: Es sei geeigneter als der Cappelner Damm, weil die große Mehrheit der Cloppenburger Schulen, die Leichtathletik im Schulsport betrieben, eher im Einzugsbereich des Stadions lägen. Zudem sei dort eine Infrastruktur mit Umkleidemöglichkeiten vorhanden, heißt es in einer von Ralf Göken, Sportfachobmann am Clemens-August-Gymnasium, und Stephan Suttrup, Fachobmann am Gymnasium Liebfrauenschule, im Namen aller Cloppenburger Sportlehrer unterzeichneten Stellungnahme an die im Stadtrat vertretenen Fraktionen.
Die im Arbeitskreis Cloppenburger Sportvereine beteiligten Sportlehrer kommen zu dem Schluss, dass der Neubau einer Anlage sinnvoller sei als die Renovierung der bestehenden Anlage, Grund: Der Sportlehrer müsse stets die Lerngruppe im Blick haben. Das sei an der bestehenden Anlage nicht gewährleistet.
Leichtathletik-Prüfungen im Abitur-Leistungsfach könnten derzeit am Clemens-August-Gymnasium gar nicht, am Gymnasium Liebfrauenschule nur in Teilen abgelegt werden, kritisieren die Sportlehrer. Am ULF fehle vor allem Platz für die Wurfdisziplinen.
Die vom TVC angebotene Grundausbildung wirke sich positiv auf Schul- und Vereinssport aus, begründen die Lehrer weiter. Die Sportlehrer sprechen sich für den Typ B aus: Diese Variante sei für junge Sportler motivierender, weil auch größere überregionale Wettkämpfe ausgetragen werden könnten.
