CLOPPENBURG - Die Zahlen sind alarmierend: Nach im Schnitt rund 2000 wurden für das vergangene Jahr rund 2800 Neu-HIV-Infizierungen in Deutschland gemeldet. 33 Millionen Menschen leben weltweit mit dem HI-Virus.
Für den Kreis Cloppenburg gibt es zwar keine genauen Zahlen, aber auch hier gibt es Neuinfizierte. „Der einzige Weg führt über Prävention“, sagte Roland Titt von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Ein Baustein dafür sei der Mitmach-Parcours zu Aids, Liebe und Sexualität, der mit Hilfe der Berufsbildenden Schulen (BBS) Technik, des Gesundheitsamtes des Landkreises Cloppenburg, donum vitae und der Stadtjugendpflege am Montag passend zum Weltaidstag in der BBS Technik aufgebaut worden war.
In jeweils rund 90 Minuten durchlaufen etwa 300 Schüler am Montag und Dienstag die fünf Stationen des Parcours, in denen es um Übertragungswege von HIV, Schutz vor HIV, Leben mit dem HI-Virus, Verhütung und Körpersprache zur Sexualität geht. Dabei stehe nicht Wissensvermittlung im Vordergrund, sagt Projektleiter Titt. Es gehe darum zu motivieren, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und zu sensibilisieren. Wichtig sei das persönliche Gespräch. Titt: „Wenn es uns gelingt, die Neugierde bei den Schülern zu wecken, dann ist unser Ziel erreicht.“
Im Gespräch erläutert Petra Thesing von der Aids-Beratungsstelle beim Landkreis den Schülern, dass die HIV-Tests beim Landkreis kostenlos und anonym durchgeführt würden. Zwischen 40- und 60-mal würde pro Jahr getestet. Häufig sei intravenöse Drogenabhängigkeit der Grund für Infektionen.
Die Angst vor Aids sei „sehr, sehr gering“, warnte Angelika Czipull von der Schwangerenberatung donum vitae. Kondome würde heute vor allem zur Schwangerschaftsverhütung benutzt. Deshalb sei Präventionsarbeit sehr wichtig, pflichtete auch Stadtjugendpfleger Thorsten Meyer, der häufig Projekte etwa an der Roten Schule durchführt, bei.
