CLOPPENBURG - Der Kinderfreundlichkeitspreis im Landkreis wurde zum zwölften Mal vergeben. 16 Vorschläge lagen der Jury des Cloppenburger Kinderschutzbundes vor.
Von Michael loots
CLOPPENBURG - Barßels Ex-Bürgermeister Johannes Budde und die Kinderkrippe „Lüttje Lü“ in Elisabethfehn sowie die Paul-Gerhardt-Grundschule in Cloppenburg sind die Träger des Kinderfreundlichkeitspreises 2006 im Kreis Cloppenburg. Die Jury des örtlichen Kinderschutzbundes setzte die Projekte gleichrangig auf die erste Position und vergab gestern die Urkunden im Kreishaus. Die Gewinner teilen sich ein Preisgeld von 500 Euro. Einen Anerkennungspreis, der an die Wirtschaft oder Behörden vergeben wird, erhielten Angela und Peter Funk vom „Markant“-Markt in Cloppenburg. Insgesamt lagen dem Kinderschutzbund 16 Vorschläge vor.Dr. Irmtraud Kannen, Vorsitzende des Cloppenburger Kinderschutzbundes, begründete das Votum damit, dass die Preisträger „Pionierarbeit“ im Bereich Bildung und Betreuung geleistet und eine kinderfreundliche Infrastruktur geschaffen hätten.
Die Kinderkrippe in Elisabethfehn wurde mit großer Eigeninitiative und ausschließlich mit Mitteln der Gemeinde realisiert, die Grundschule Paul Gerhardt hat – ebenfalls fast ausschließlich aus eigener Kraft – ein tragfähiges Ganztagsschulkonzept aus dem Boden gestampft, und der „Markant“-Markt führt Kinder durch seine Aktion „Gesunde Mahlzeit“ an gesunde Lebensmittel, Körper- und Zahngesundheit heran.
Cloppenburgs Landrat Hans Eveslage hatte zu Beginn der 12. Vergabe des Preises betont, dass alle an der Gestaltung einer kinderfreundlichen Gesellschaft mitwirken müssten – angefangen bei den Elternhäusern über Kindergärten, Schulen, Vereine und Verbände bis hin zur Politik. „Wenn jeder seinen Beitrag leistet, kann viel erreicht werden“, mahnte Eveslage. Intakte Familien, ein kinderfreundliches Wohnumfeld mit Spiel- und Sportangeboten, gute Betreuungsangebote und gut ausgestattete Schulen seien wohl die wichtigsten Voraussetzungen für eine optimale Entwicklung der Kinder, so Eveslage.
Die für den Preis Vorgeschlagenen lobte der Landrat, sie hätten ihre gesellschaftliche Verantwortung erkannt. „Sie helfen uneigennützig und leisten ihren Beitrag für ein kinderfreundliches Umfeld, um den Kindern bestmögliche Voraussetzungen für eine gute Zukunft zu geben.“
Begründung der Jury für die Vergabe der Preise
Kinderkrippe „Lüttje Lü“:
„Johannes Budde hat sehr mutig, ohne Zusage des Landkreises – der Landkreis ist verpflichtet, bis 2010 Krippen- und Hortplätze einzurichten, hat sich aber in jeder Sitzung herausgehalten und Anträge abgelehnt – der Einrichtung einer Kinderkrippe neben dem Kindergarten „Arche“ zugestimmt. Er hat von vielen Seiten, besonders von Stadtdirektoren, Bürgermeistern und Kommunalpolitikern einiges an Schelte einstecken müssen, da alle Angst hatten, dass dieses Forderungen weiterer Eltern nach sich ziehen würde. Herr Budde hat sich in vorbildlicher Weise als Bürgermeister für die Belange der Eltern eingesetzt und der 100-prozentigen Finanzierung der Kinderkrippe zugestimmt. Zwölf bis 15 Kinder von acht Wochen bis drei Jahren sind dort aufgenommen, drei Erzieherinnen und eine Kinderpflegerin wurden eingestellt. Wir sind begeistert, und die Eltern erst recht.“Die Eltern haben in unermüdlichem Einsatz Anträge gestellt, geplant, Material und Spenden gesammelt, selbst mitgeholfen und nie an dem Projekt gezweifelt.
