Cloppenburg - Klimaerwärmung, steigende Meeresspiegel und damit einhergehend verschwindende Landstriche beispielsweise auf den Malediven, immer mehr Plastik-Müll, zu viele Schadstoffe in der Luft – Umweltprobleme hat die Welt genug. Aber niemand scheint sich darum zu kümmern, findet Sabine Thie-Olliges. Die Cloppenburgerin ist Lehrerin an der Anne-Frank-Oberschule in Molbergen und hat nun ihr eigenes Umwelt-Bewusstsein zum Anlass genommen, ein Kunst-Schul-Projekt sowie zwei Aktions-Tage zu initiieren.
„Die Schüler der Klassen fünf bis zehn malen im Unterricht Bilder zum Thema Umwelt. Mit diesen Schildern weisen wir darauf hin, dass es brennt“, erläutert die Lehrerin für Deutsch und Kunst die Aktionstage am 24. und 25. Mai in Cloppenburg. Musikalisch begleitet wird die Ausstellung der Bilder von John Winston Berta, Mitglied der Band Hagelslag. Er gibt am Donnerstag, 24. Mai, ab 19 Uhr ein Konzert im Bernays. Für Freitag, 25. Mai, ist ab 11 Uhr eine Aktion mit Kunst und Musik in der Innenstadt geplant, ab 21 Uhr gibt der Künstler ein zweites Konzert – diesmal im Jenne’s.
Die Kunstwerke der Schüler stehen unter dem Titel „Anthropozän“. Das bedeutet „Das menschengemachte Neue“ und betiteltet eine neue Zeit – die Zeit, in der wir jetzt leben. Die Idee zur Umbenennung der jetzigen Zeit namens Holozän entstand, weil die Menschen die Welt Stück für Stück zerstören. „Ich habe zu diesem neuen Zeitalter einen Artikel gelesen. 70 Prozent der Erdoberfläche sind versaut, wir verbrauchen vier Erden, und Kinder müssen hungern, während wir im Reichtum schwimmen“, sagt die Cloppenburgerin.
Doch weder in Politik, noch in der Wirtschaft oder im Privaten bewege sich etwas, so Thie-Olliges. „Mein Traum ist es, dass viele Kinder und Jugendliche auf die Straße gehen und zeigen, dass es darum geht, etwas zu ändern“, sagt die Projektkoordinatorin von „Mensch. Jetzt!“. Es solle den Cloppenburgern mit den Aktionen bewusst gemacht werden, dass Umweltschutz wichtig ist.
Die Resonanz der Schüler sei derweil gemischt. Einige seien Feuer und Flamme und ließen sich viel zum Thema einfallen. So sind bislang unterschiedliche Motive entstanden: Gesichter die Angst zeigen antibiotikaresistente Keime und Verschwendung von Essen, während Kinder in anderen Ländern verhungern. Anderen Schüler lasse das Thema weitestgehend kalt.
Thie-Olliges selbst versucht, weniger Fleisch zu essen, vermeidet Plastik – auch wenn es ihr nach eigenen Angaben schwerfällt, zu verzichten. Wie es mit dem Projekt „Mensch. Jetzt!“ weitergeht, entscheidet sich nach der öffentlichen Resonanz auf das Projekt. An der Molberger Schule wird es z.B. dank eines Schulwaldes mit dem Umweltschutz weitergehen.
