Cloppenburg - Für mehr Praxis am Beruflichen Gymnasium kooperieren die Berufsbildenden Schulen (I) am Museumsdorf mit dem Cloppenburger Lidl-Zentrallager. Die Idee dazu stammt von Dirk Meinhardt von der BBS und Thomas Zerbian, Geschäftsführer des Zentrallagers von Lidl im Stadtteil Emstekerfeld. Zur Besprechung der Grundzüge und zur Unterzeichnung der Vereinbarung trafen sich nun die Verantwortlichen an der BBS.

Die BBS hat mit Lidl nun einen regelmäßigen Partner bei der Verzahnung von Theorie und Praxis im Beruflichen Gymnasium gefunden. Seit dem Schuljahr 2002/2003 bearbeiten die Schüler selbstständig komplexe Aufgaben in der sogenannten Projektphase. Um den Praxisbezug zu gewährleisten, ist die BBS deswegen sehr auf die Unterstützung der ansässigen Unternehmen angewiesen.

Ganz aktuell sollen die Schüler des Beruflichen Gymnasiums bis zu den Sommerferien eine Projektaufgabe für Lidl lösen, so Timo Möhlenkamp, Direktor des Beruflichen Gymnasiums an der BBS. Im Kursus Umweltpolitik sollen Vorschläge zur Vermeidung von Plastikmüll erarbeitet werden. Die Idee zu dieser Aufgabe kommt von Lidl. Das Unternehmen habe das Ziel, die Verwendung von Plastik deutlich zu verringern, so Zerbian.

Das Kooperationsabkommen mit Lidl habe neben der Projektarbeit für die BBS auch darüber hinaus Bedeutung, so Schulleiter Günter Lübke. Die Idee sei, betriebswirtschaftliche Fachvorträge von Experten der Firma Lidl in den Unterricht zu integrieren und einen regelmäßigen Gedankenaustausch zwischen den beteiligten Lehrkräften und Mitarbeitern des Unternehmens zu organisieren.

Im Gespräch sei auch das kurzzeitige eigenverantwortliche Führen einer Filiale des Discounters durch Schüler des Beruflichen Gymnasiums nach entsprechender Vorbereitung. Das wäre sozusagen das I-Tüpfelchen der Kooperation, so Meinhardt. Er ist Kooperationsbeauftragter der BBS und freut sich über den Start dieser Partnerschaft.

Auch das Unternehmen Lidl will von dieser Zusammenarbeit profitieren. Aus deren Perspektive geht es um die Bindung qualifizierten Nachwuchses an den Betrieb. Der sich abzeichnende Fachkräftemangel betreffe nicht nur die handwerklichen Berufe sondern auch den Berufsbereich Wirtschaft und Verwaltung. Kontakte zu den künftigen Schulabgängern könnten helfen, sich interessant für ein künftiges Berufsleben in der Region zu machen.