Cloppenburg - Scharfe Kritik haben hiesige FDP-Mitglieder an der Schülerbeförderung im Landkreis Cloppenburg geübt, nachdem die Liberalen einen 30 Fragen umfassenden Katalog von der Kreisverwaltung beantwortet bekommen haben. Grundlage der Anfrage, die von der Gruppe FDP/Tabeling im Kreistag gestartet worden war, sei die immer wieder aufflammende öffentliche Kritik an der Schülerbeförderung im Kreis gewesen, heißt es in einer jetzt veröffentlichten Pressemitteilung. Täglich werden im Kreis Cloppenburg rund 11.700 Schüler befördert.
„Die verhandeln nur einmal im Jahr den Preis, und dann ist alles egal. In Cappeln bleiben morgens wieder vermehrt Schüler stehen, die dann den zweiten Bus nehmen müssen, der dann aber nicht zum ULF fährt, sondern nur bis zum ZOB oder Bahnhof. Der Rest muss dann halt gelaufen werden“, meint Clemens Poppe, FDP-Gemeinderat aus Cappeln. Der Landkreis könne nicht einmal die Zahl der eingesetzten Busse beziffern, sondern verweise auf Engpässe, die durch die Integration der Schülerbeförderung in den regulären ÖPNV „bedauerlicherweise entstehen können“.
Gemäß der vorliegenden Antwort der Kreisverwaltung dürfe die längste Schülerbeförderung im Landkreis Cloppenburg im Sekundarbereich I höchstens 45 Minuten, im Sekundarbereich II 90 Minuten in eine Richtung dauern. Ob dies überhaupt eingehalten werde, sei – so die FDP – in den Augen der Kreisverwaltung jedoch nicht kontrollierbar. „Wenn ich weiß, an welcher Schule der Unterricht wann beginnt und von wo der Schüler mit der weitesten Anfahrt kommt, dann kann ich das errechnen“, ärgert sich der FDP-Kreisvorsitzende Uwe Behrens aus Garrel. Diese Werte müssten für den Landkreis ermittelbar sein.
Für die Liberalen sei es unverständlich, dass es kein evaluierbares Beschwerdemanagement gebe. Beschwerden, die im Zusammenhang mit der Schülerbeförderung beim Konzessionär eingingen, müssten nicht an den Landkreis weitergemeldet werden.
In dem Frageblock zur Nichterreichung oder Nichtbedienung von Haltestellen gerate die Verwaltung komplett ins Schwimmen. „Es wird inhaltlich keine Antwort gegeben, die Verantwortung wird nur auf das Busunternehmen abgewälzt – das ist ganz schlechter Stil“, echauffiert sich FDP-Kreisgeschäftsführer Karsten Boll (Lastrup).
