CLOPPENBURG - Kaum ist das Urteil gegen die Rektorin des Schulzentrums Leharstraße gesprochen, droht Cloppenburg die nächste Schulaffäre. Die Landesschulbehörde ermittelt gegen einen Lehrer des Clemens-August-Gymnasiums (CAG).

Der Oberstudienrat soll nach Informationen der NWZ auf dem Mariä-Geburtsmarkt vor knapp zwei Wochen unter Alkoholeinfluss gegenüber einer Schülerin nicht die nötige Distanz gewahrt haben. Es soll sich allerdings nicht um Handgreiflichkeiten handeln, sondern um verbale sexuelle Entgleisungen – im Beisein von Zeugen.

Die volljährige Schülerin des Jahrgangs 13 vertraute sich indes nach dem Vorfall ihrer Beratungslehrerin an. Die Pädagogin informierte umgehend Direktor Heinrich Hachmöller. Der wiederum meldete den Vorfall der Landesschulbehörde und setzte in einem Schreiben die Eltern und den Jahrgang, in dem sich die Schülerin befindet, in Kenntnis. Das Lehrerkollegium wurde unterdessen zum Stillschweigen vergattert. Aus der Schulleitung des CAG gab es am Donnerstag deshalb auch keine Stellungnahme.

Die Pressesprecherin der Landesschulbehörde in Lüneburg, Susanne Strätz, bestätigte auf Anfrage der NWZ , „dass Untersuchungen der Dezernate 4 und 10 laufen“. Dezernat 4 ist zuständig für Allgemeinbildende Gymnasien, das Dezernat 10 kümmert sich um Lehrerpersonalien. Strätz betonte, es handele sich um ein in solchen Fällen übliches Verfahren, wollte sich zu Details allerdings nicht äußern mit dem Hinweis auf den Datenschutz und die Fürsorgepflicht. Dem Betroffenen müsse Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben werden, sagte Strätz. Der betroffene Lehrer ist derzeit krankgeschrieben.

Nach weiteren Informationen der NWZ hat sich der Oberstudienrat bei der Polizei selbst angezeigt, um den Vorfall klären zu lassen. Die Leiterin des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, Claudia Puglisi, hat den Fall zur Chefsache erklärt und eine Nachrichtensperre verhängt.