CLOPPENBURG - Nach elfeinhalb Jahren als Schulleiterin an den Berufsbildenden Schulen Technik ist Margot G. Wiedenfeld am Montag in den Ruhestand verabschiedet worden. Ihr Nachfolger wird Heinz Ameskamp, bislang zuständig für die Berufsfelder Metall- und Fahrzeugtechnik.
Bei einer Feierstunde mit rund 200 Gästen sprachen Wiedenfeld mehrere Amts- und Würdenträger aus dem schulischen Umfeld ihren Dank und gute Wünsche aus. Der Tenor zeichnete das Bild einer kompetenten, engagierten, aber auch feinfühligen Führungspersönlichkeit.
Schon bald nach ihrem Dienstbeginn habe die neue Frau an der Spitze Akzeptanz unter den männlichen Kollegen gefunden, führte ihr Stellvertreter Siegfried Schliedermann aus. Ferner lobte er ihre Entscheidungsfähigkeit. Sie habe immer den Konsens gesucht und bei schwierigen Themen auch einmal „eine Nacht darüber geschlafen“.
Landrat Hans Eveslage hob ebenfalls Wiedenfelds berufliche Qualitäten hervor. „Gegenüber dem Landkreis als Schulträger war sie immer eine zähe, aber stets faire Verhandlungspartnerin“, lobte Eveslage Wiedenfelds Einsatz für rund 2850 Schüler.
In Person des leitenden Regierungsschuldirektors Friedrich Wilhelm Rittmeister war auch Besuch aus Hannover gekommen. Dieser bedankte sich für die „interessante und anregende Zusammenarbeit.“ In der Schule gebe es viel zu tun, Wiedenfeld habe die Dinge angepackt.
Personalrat Hubert Meyer richtete den Blick in die Zukunft. Der Pensionärin Wiedenfeld möge es fortan gelingen, ihre „neue“ Freizeit sinnvoll für sich zu nutzen.
Kreativ mit ihren hausgemachten Geschenken zeigten sich die Fachrichtungen der BBS. Die Körperpflege war sich sicher, dass eine Frau wie Wiedenfeld schon alles habe, deshalb bedachte man deren Katze mit einem Bürstenset. Für Bastelspaß mit den Enkeln sorgte die Bauabteilung. An einigen lackierten Brettern klebte die Anleitung für den Bau eines Vogelhäuschens, welches die Emstekerin gerne errichten will.
Die Frauenbeauftragte des Lehrerkollegiums, Heike Brinkhus, erzählte anschließend vom schweren Stand der Frau in vergangenen Jahrhunderten. Wenn sich heute die 43 Lehrerinnen treffen, würden die Männer des Kollegiums von „Hexentreffen“ sprechen, so Brinkhus. „Deswegen schenke ich Dir, Margot, eine Hexenhut."
Paul Böckmann erklärte Wiedenfeld dagegen zur ersten „Männerbeauftragten“. In einer sonst rein männlichen Schulleitungsrunde habe sie sich um die sensiblen Wesen immer gut gekümmert.
Die abschließenden Worte waren Wiedenfeld vorbehalten. Auf „wackligen Knien“ erinnerte sie sich an den Anfang. „Als ich vor elf Jahren erstmals die Schule inkognito besuchte, war ich überrascht, dass es gar nicht so nach Schweinen stank, wie man mir zuvor erzählt hatte“, witzelte Wiedenfeld.
Vor ihrer Zeit in Cloppenburg war sie als stellvertretende Leiterin an einer BBS in Neustadt am Rübenberge nahe Hannover tätig. „Den Wechsel habe ich keinen Tag bereut.“ Zukünftig möchte sie sich mehr ihrem Garten widmen und für ihre Tochter in Oldenburg als Oma einspringen, wenn diese einen Babysitter braucht.
