Cloppenburg - Ein Kompaktseminar zum Thema „studium fundamentale“ hat das Gymnasium Liebfrauenschule in Kooperation mit der Katholischen Akademie Stapelfeld für den gesamten Jahrgang zehn organisiert. In Workshops und in einem Vortrag ging es darum, wie die Schüler ihre Position besser vortragen können, wie sie andere Positionen besser verstehen und welche Perspektiven die Schüler für ihre Zukunft und die der Gesellschaft haben.

Konkret lehnte man sich am ersten Tag an Sokrates an, der mit seiner Fragetechnik bei seinem Gegenüber Denkprozesse auslöste, die zu Erkenntnissen führte. Diese Einführung wurde vom geistlichen Direktor der Akademie, Pfarrer Dr. Marc Röbel, und vom Rhetorikdozenten Alexander Rolfes vorgestellt.

In einer Übungseinheit sollten die Schüler in die Rolle des Sokrates schlüpfen und mittels seiner Fragetechnik – Mäeutik oder auch „Hebammenkunst“ genannt – einen Dialog gestalten, der zu einer ethisch-moralischen Frage Stellung bezieht.

Am folgenden Tag standen fünf Workshops auf dem Programm. Im Vorfeld der Stapelfelder Veranstaltung hatten die Schüler Perspektiven auf ihr Leben und die Gestaltung der Gesellschaft in der Zukunft erarbeitet. Wie sieht die Arbeitswelt der Zukunft aus? Welchen Einfluss werden künstliche Intelligenz und Transhumanismus auf mein Leben haben? Was hat mich geprägt? Wie bin ich geworden, wie ich bin? Werde ich durch das Internet zum gläsernen Menschen?

Künstlerisch-gestalterisch ging es bei „Ich und wir – von gestern bis morgen“ unter der Leitung des Kunstlehrers Jürgen Stelling zu. Es wurde sich mit der Social-Media-Plattform Instagram zum „Projekt Kommunikation“ bei Referent Christian Wode vom Erzbistum Hamburg auseinandergesetzt. Ein Video und Podcasts zum Thema „Mit Sokrates auf Sendung“ entstanden unter der Leitung von Thomas Ast vom Medienzentrum Cloppenburg, auch die journalistische Perspektive zum Thema „Zukunft der Arbeit“ mit Gaby Westerkamp wurde erörtert. Die rhetorische Darstellung des Themas wurde in einer Debatte aufgearbeitet.

Mit Spaß und vielen Ergebnissen wurde in den Workshops gearbeitet. „Die behandelte Thematik scheint von der Schülerwelt zunächst unglaublich weit entfernt zu liegen und zudem auch noch viel zu schwierig. Mit der Kraft des Wortes zu überzeugen und sich argumentativ klar verständlich zu machen sowie der Blick auf die Zukunft ist für junge Menschen von herausragender Bedeutung in einer immer komplexer werdenden Welt“, so Dr. Norbert Dörner, stellvertretender ULF-Schulleiter und Kopf der Projektgruppe „studium fundamentale“ am Gymnasium Liebfrauenschule.

Am 24. Mai sollen die Ergebnisse des Pilotprojekts bei einer Podiumsdebatte der Öffentlichkeit vorgestellt werden.