Cloppenburg - Der Mangel an Betreuungsplätzen in der Stadt Cloppenburg macht’s möglich: Ab 2019 gibt es unter dem Dach der ehemaligen Grundschule St. Andreas an der Kirchhofstraße/Dechant-Brust-Straße zwei eigenständige Kindertagesstätten. Wie berichtet, sollen zum einen unter dem Arbeitstitel „Kita Dechant-Brust-Straße“ übergangsweise je zwei Krippen- und Kindergartengruppen eingerichtet werden. Und zum anderen wird bis Sommer kommenden Jahres die neue Kita „Du und ich“, die zurzeit noch im St.-Andreas-Pfarrheim ihren provisorischen Standort hat, dauerhaft in der ehemaligen GS ihr Domizil finden. Während die Einrichtung der Kita „Dechant-Brust-Straße“ mit 685 000 Euro zu Buche schlägt, sind es für „Du und ich“ (vier Kindergarten- und eine Krippengruppe) 2,2 Millionen Euro. Zudem ist in dem Gebäude auch noch der städtische Hort untergebracht.
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Wann soll die Übergangs-Kita fertig sein |
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Was die Einrichtung der Übergangs-Kita anbelangt, hat sich die Stadt ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: „Wir sehen uns bei den Eltern in der Pflicht und werden alles daran setzen, dass diese Kita im August startklar ist“, sagte Bauamtsleiter Armin Nöh während eines Ortstermins auf der Baustelle. Zurzeit werden mit Hochdruck die früheren Klassen in Gruppen- und Funktionsräume umgebaut, aus dem ehemaligen Lehrerzimmer wird ein Bewegungsraum für Kinder.
Draußen ist derweil von fleißigen Händen das Pflaster aufgenommen worden. Hier werden drei Module aufgestellt, in denen die Stadt Toiletten sowie Wickel- und Waschräume einbauen lässt. Die Module sind direkt an das Gebäude angedockt.
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Warum richtet die Stadt Hol- und Bringzonen ein |
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Darüber hinaus will die Stadt künftig an Kindergärten und Schule so genannte Hol- und Bringzonen einrichten, damit Väter und Mütter ihren Nachwuchs mit dem Auto nicht mehr bis direkt vor die Tür fahren. Eine erste Einrichtung dieser Art wird auf dem Marktplatz für die benachbarte St.-Andreas-Grundschule, die Übergangs-Kita und die geplante Kita „Du und ich“ entstehen. Von extra gekennzeichneten Parkplätzen aus können Eltern ihre Kinder einzeln oder in Gruppen zur Schule oder Kita bringen. „Dieser Bus auf Füßen hat sich bereits in Großstädten bewährt“, erklärte Nöh.
Und auch für die Wallschule sei das Modell bereits vorgesehen. Hier könne die Hol- und Bringzone auf der Straße „Am Bült“ eingerichtet werden. Die geplante neue Kita mit drei bis vier Gruppen in den Räumen der Wallschule (die NWZ berichtete) soll ihre Zone an der Drüdingstraße gegenüber des NLWKN bekommen.
Stichwort Wallschule: Dort werden zurzeit die Außentoiletten innen komplett saniert. Diese sind in einem freistehenden Gebäude aus dem Jahr 1952 untergebracht. Es werden Fußböden, Fenster und Wandfliesen erneuert. Außerdem gibt es eine neue Beleuchtung und neue sanitäre Anlagen. Die Kosten belaufen sich auf 60 000 Euro, pünktlich zum neuen Schuljahr soll alles fertig sein.
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Warum erhält der Stadtsüden eine neue Kita |
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Zurück zur Kinderbetreuung: Weitere neue Betreuungsplätze will die Stadt mit dem Bau einer neuen Kita an der Eisenhutstraße hinter dem Netto-Markt schaffen. Denn im Stadtsüden (Bereich Kessener Weg/Herzog-Erich-Ring) werden seit Jahren die meisten Einfamilienhäuser in Cloppenburg neu gebaut.
Unterdessen ist eine zusätzliche Gruppe in dem geplanten Kindergarten-Neubau „Schwedenheim“ vorerst vom Tisch. Wie berichtet, hatte sich der Gemeindekirchenrat jetzt gegen eine Erweiterung von vier auf fünf Gruppenräume ausgesprochen. Eine zusätzliche Gruppe ziehe Personalkosten in Höhe von 9000 Euro nach sich, hieß es. Und diesen Betrag darf die Kirchengemeinde nach eigenen Angaben nicht aus ihren laufenden Haushaltsmitteln bestreiten. Einen Antrag auf Übernahme der Kosten durch die Stadt lehnte die Verwaltung ab.
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Worüber streiten sich Stadt und Kirche |
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Für das Vorgehen der Kirche hat Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (CDU) kein Verständnis. Es gebe Verträge mit der katholischen und auch der evangelischen Kirche, die bei den Personalkosten sogenannte Eigeninteressenanteile zwischen zehn und 20 Prozent zu zahlen hätten. Werde jetzt eine Ausnahme gemacht, seien die bestehenden Vereinbarungen mit beiden Kirchen nicht mehr haltbar. Es gehe – so Wiese weiter – nicht um die 9000 Euro, sondern „ums Prinzip“. Zudem bezahlten die Kirchen ihren Erzieherinnen mehr als die Kommunen ihren Mitarbeiterinnen. Und wenn die Stadt die höheren Gehälter der kirchlich Beschäftigten komplett übernähme, „wie soll ich das dann unseren Erzieherinnen erklären?“, fragt sich der Bürgermeister.
