CLOPPENBURG - CLOPPENBURG - Mehr als 150 Erzieherinen, Logopädinnen sowie Sprach- und Bewegungstherapeutinnen aus Niedersachsen und Hamburg beschäftigen sich drei Tage lang in Stapelfeld mit der sprachlichen Frühförderung von Kindern. „Immer mehr Jungen und Mädchen kommen mit Sprachauffälligkeiten in den Kindergarten“, berichtet Maria Lücken, Mitglied des Organisationsteams. Neben der Dozentin des gastgebenden Kardinal-von-Galen-Hauses gehören Karin Ziehm (Cloppenburg), Doris Oltmanns (Oldenburg) und Annette Kobbe-Liekam zu den Organisatorinnen der Fachtagung. Mit dem Hauptreferenten Dr. Zivi Penner von der Fachstelle für sprachliche Frühförderung aus der Schweiz konnte ein Wissenschaftler gewonnen werden, der sich mit der frühen Sprachförderung bei Kleinkindern einen Namen gemacht hat.
Eltern könnten ihre Kinder oft schlecht verstehen, da sie die Laute nicht richtig aussprächen. Oder es bestünden Verständnisschwierigkeiten mit falscher Ausdrucksweise. Kinder verdrehten oft Sätze und setzten das Verb ans Ende. „Wir müssen wieder mehr mit unseren Kindern reden“, ist Karin Ziehm überzeugt. Viele Kinder würden schon zu frühzeitig vor dem Fernseher abgesetzt.
In verschiedenen Arbeitsgruppen wird den Fachleuten gezeigt, welche Möglichkeiten in den Sprachheilkindergärten oder in den Familien bestehen, frühzeitig die Sprache zu fördern. So rege das Erzählen von Märchen Sprachbeherrschung an. Diese sprachfördernden Effekte können gezielt durch Gestik und Spiel verstärkt werden. „Die Sprachförderung sollte mit dem vierten Lebensjahr beginnen“, sagte Maria Lüken. Nach zweieinhalb Lebensjahren sollten Eltern nicht mehr in der so genannten Babysprache mit ihren Kindern reden.
Weitere Themen der Tagung sind die Schulfähigkeit von Kindern und das Training der sprachlichen Fähigkeiten. Theaterspielen und das Erlernen von Bewegungsspielen seien ebenfalls wichtige Aspekte bei der frühen Sprachförderung. Dass ein Kind vor der Einschulung schon Lesen und Rechnen könne, sei nicht erforderlich. „Nur wenn das Kind es selbst will“, sagte Doris Oltmanns. Nach Ansicht der Organisatorinnen sollten Jungen und Mädchen zur Einschulung die Grundlagen von Zahlen, Formen und ein Mengenverständnis besitzen. Weiter gehöre die altersgemäße Fein- und Grobmotorik dazu. Auch müsse ein Kind Ausdauer mitbringen, um einen Schulalltag durchzustehen.
