CLOPPENBURG - Ein halbes Dutzend Schulen aus sechs Ländern macht bei dem „Kochprojekt“ mit. Im April steht eine Schülerbegegnung an.

Von Carsten Mensing

CLOPPENBURG - Mittwoch, 11 Uhr, der Unterricht in der Klasse 9c ist in vollem Gange. Die 31 Schülerinnen und Schüler sitzen aber nicht vor ihren Büchern und lernen Schillers Glocke auswendig, sondern brüten vor dem Computer, um „ihr“ Comenius-Projekt 2006/2007 voranzutreiben. Sie sind mit der Erstellung eines digitalen Kochbuches beschäftigt, das – auf Englisch – im Internet präsentiert werden soll.

Der praktische Teil ist bereits am Dienstag über die Bühne gegangen. In den Küchen der Lehrer Gisela Kläne, Georg Beckmann und Martin Liebske (die gemeinsam mit Christian Eckhardt das Projekt begleiten) wurde geschält, gewürfelt, gebrutzelt – und natürlich auch nach Herzenslust gegessen. „Dadurch, dass das Kochbuch auf Englisch erstellt wird, vergrößert sich der Wortschatz“, meint Schüler Alexander Kraus.

Ob auch die Schüler der anderen Schulen fleißig sind, lässt sich zurzeit noch nicht feststellen. Die Rezepte sind noch nicht ins Netz eingestellt. Ein Rezept verrieten die Schüler gestern: „Das so genannte Herbstmenü besteht aus Müsli zum Frühstück, Roastbeef zum Mittagessen sowie gegrillten Tomaten mit Käse zum Abendbrot“, informiert Schülerin Kristina Apelganz.

Begonnen hat das aktuelle Comenius-Projekt „Enjoy your life – eat properly“ („Genieße dein Leben, ernähre dich richtig“) bereits im vergangenen Schuljahr. 2005/ 2006 erarbeiteten die Klassen 9F und L im Biologieunterricht die Grundlagen einer gesunden Ernährung. Gleichzeitig wurde eine Internetplattform geschaffen, um den übrigen fünf beteiligten Schulen aus Polen, Ungarn, Slowenien, Österreich und Spanien kommunizieren zu können. Außerdem erstellte das CAG eine Homepage (http://comenius.c-a-g. de). Aber nicht nur unpersönlich im Netz, sondern auch von Angesicht zu Angesicht wollen und sollen sich die Schüler kennen lernen. Im vergangenen Jahr war eine Delegation des CAG im polnischen Bytom am „Liceum Ogólnoksztalcace“ zu Gast, im kommenden April geht’s zum Eötvös József Gimnázium (Tata, Ungarn).

Für das erste Projektjahr hat die Schule jetzt von der Nationalen Agentur bei der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder „für seine außerordentlich erfolgreiche Comenius-Arbeit“ besondere Anerkennung erhalten. Deutschlandweit begutachtete die Agentur insgesamt 1233 Projekte. „Unser auf drei Jahre angelegtes Projekt behandelt den Zusammenhang zwischen Essgewohnheiten und der Gesundheit Jugendlicher im europäischen Kontext“, sagt Martin Liebske.

Comenius-Projektarbeit – das ist am Clemens-August-Gymnasium interdisziplinärer Unterricht. Neben der Biologie und dem Englischen sind auch Kunst und Sport beteiligt. „Der Projekt-Unterricht mit sechs bis sieben Stunden wird epochal durchgeführt“, erklärt Gisela Kläne.

Am Mittag verabschieden sich die Schüler samt Lehrer in Richtung der benachbarten BBS. „Wie werden Menüs richtig zusammengestellt“ steht dort auf dem Stundenplan.