Cloppenburg - Rund 50 junge Frauen und Männer, die die Berufsbildenden Schulen Technik besuchen, haben am Freitagmittag dem Landkreis Cloppenburg 589 Unterschriften übergeben. Die Unterzeichner fordern die Fortführung der so genannten Sprintklassen, in denen es zusätzliche Angebote – insbesondere Sprachhilfen – für Jugendliche mit Förderbedarf gibt. Die finanzielle Förderung, für die das Kultusministerium zuständig ist, sei jetzt ausgelaufen, erklärte Kreis-Dezernent Ansgar Meyer, der die Unterschriften entgegengenommen hatte, auf NWZ-Nachfrage. Der Landkreis habe bereits vor Wochen einen Brief ans Land geschrieben, um in Erfahrung zu bringen, ob es eine Anschlussfinanzierung aus Hannover geben werde, so Meyer. Eine Lösung stehe bislang noch aus.

Darüber hinaus wollen die Schüler auch das seit vier Jahren in der schuleigenen Bibliothek bestehende Selbstlern- und Förderzentrum erhalten wissen. Das geht aus einem schriftlichen Appell der Schüler „an die Akteure der Bildungslandschaft in Cloppenburg“ hervor.

Die Verträge der Betreuungskräfte Angelika Lange und Hayat Duran sind ausgelaufen. Über die beiden können die Schüler nur Gutes berichten. Seit vier Jahren nutzten sie das Angebot des Selbstlern- und Förderzentrums, das für die Jugendlichen ein zweites Zuhause sei. Viele der Schüler seien auf die Unterstützung von Lange angewiesen, da sie sonst keinen anderen Ansprechpartner hätten. Langes Kollegin Duran habe die Sprachförderklassen von Beginn an betreut. „Ihre Arbeit umfasst ein Rund-um-Paket. Sie organisiert alles, was ein Mensch, der neu nach Deutschland gekommen ist, benötigt“, heißt es in dem Appell der Schüler weiter.

Zudem – so die Schüler – verlören auch die Lehrkräfte der Sprachförderung ihren Vertrag mit Ablauf des Schuljahres. „Für uns Schüler ist es vollkommen unverständlich, dass die niedersächsische Bildungspolitik und auch Sie als lokaler Akteur der Bildungslandschaft (gemeint ist der Landkreis, Anm. d. Red.) dieses elementare Angebot nicht weiter finanzieren wollen.“

Die Schüler fordern, dass sich der Landkreis mit der Schulleitung schnellstmöglich zusammensetzt, um einen Fortbestand der sozialpädagogischen Betreuung und der Bibliotheksnutzung für die Neuzugewanderten und auch alle anderen Schüler der Schule bis zum Schuljahresbeginn sicherzustellen.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland