COLNRADE - Über den Stand der Dinge beim Forschungsvorhaben der Uni Vechta über die Besiedlungsgeschichte der Samtgemeinde Harpstedt im Mittelalter bis hin zur Franzosenzeit berichtete jetzt im Gasthaus Schliehe-Dieks in Colnrade die Soziologin und Professorin Karin Holm.
Aufgezeigt werden soll die Alltagsgeschichte der Bauern. Wie haben sie gelebt und sich ernährt? Was für Feste haben sie gefeiert? Wie haben sie untereinander geheiratet? Wie war die Abhängigkeit von Adel und Kirche? Mit diesen Themen solle sich demnächst für drei Jahre ein Doktorant unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Bernd Ulrich Hucker beschäftigen, denn die Heimatforschung sei das Fachgebiet des Historikers an der Uni Vechta.
Hucker zufolge müssen mindestens 13 Stadt-, Kirchen- und Staatsarchive nach Urkunden und Dokumenten durchsucht werden. Richtig losgehen wird es ab dem Jahre 1200. Das ist die Zeit, in der die Orte in der Samtgemeinde gegründet wurden, so die in Düsseldorf lebende Soziologin, die in Klein Amerika bei Harpstedt aufwuchs und Dr. Hucker dazu anregte, das Leben in diesem ländlichen Raum zu erkunden.
Allein dadurch, dass der Folkweg, eine Verbindungsstraße von Sachsen nach Holland, durchs Gebiet der heutigen Samtgemeinde führte, gebe es vermutlich Interessantes zu entdecken. Zum Teil wird Bekanntes dokumentiert werden, und es wird sicher auch Überraschungen geben, meinte sie. Die Forscher wollten nicht nur Materialien aus Archiven auswerten, sondern auch auf Unterlagen von Heimatvereinen und Privatpersonen zurückgreifen, um soziokulturelle Dinge von allgemeiner Bedeutung in Erfahrung zu bringen.
Die geschichtsbewussten Leute in den Ortschaften müssen mitmachen, erklärte Holm. Nur so komme am Ende ein spannendes Buch heraus. Für das Forschungsvorhaben sind Kosten in Höhe von 48 000 Euro kalkuliert. Die Samtgemeinde Harpstedt bezuschusst das Projekt mit 8000 Euro.
