Colnrade - Wird sie nun in der Hochebene landen? Vielleicht im Nebelwald? Irgendwo in der Küstenzone – oder gar am Rand der Wüste? Vieles ist möglich, wenn Pauline Heinzl 2018/19 ein Auslandsjahr absolviert. Eines ist sicher: Peru, das wird ganz anders sein als der deutsche Nordwesten oder ihr beschaulicher Heimatort Colnrade.
Peru ist flächenmäßig der drittgrößte Staat in Südamerika, im Westen des Subkontinents gelegen. In der Folge von Landflucht wohnt etwa ein Viertel der insgesamt etwa 32 Millionen Einwohner in der Hauptstadt Lima. Ein großer Teil vor allem der indigenen Bevölkerung lebt unterhalb oder am Rande der Armutsgrenze. Etwa 47 Prozent der Einwohner sind indianischer Abstammung. Die überwiegende Mehrheit der Peruaner ist römisch-katholischen Glaubens.
Unterstützt wird der Einsatz von Pauline Heinzl durch „weltwärts“, der entwicklungspolitische Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Ein Viertel der Kosten – 2750 Euro – muss die 17-Jährige selbst zusammentragen. Wer helfen will, kann sich an sie wenden unter Pauline.AFS@t-online.de.
Die 17-Jährige, zurzeit noch Schülerin am Gymnasium Wildeshausen, hat sich zu einem Freiwilligenjahr entschlossen. Warum? Nach dem Abi, so sagt die Colnraderin, „möchte ich in Richtung Medien gehen“. Doch was genau sie studieren könnte, das wisse sie noch nicht. Das Freiwilligenjahr könne helfen, „ihre“ Richtung genauer festzulegen. Und: „Ein Auslandsjahr ist echt cool.“ Das wisse sie von ihrer Schwester Miriam, die in Equador arbeitete, und das wisse sie auch von anderen Freundinnen.
Eigentlich wollte die 17-Jährige am liebsten nach Costa Rica, als sie im August/September bei zwei Austausch-Organisationen anklopfte. Auf jeden Fall sollte es Mittel- oder Südamerika sein. Nochmal warum? „Ich finde die Landschaft toll.“ Und zweitens spreche sie, weil ihre Familie von 2003 bis 2006 in Spanien lebte, Spanisch. „Das kann ich aufbessern.“
Bei der Austausch-Organisation „AFS Interkulturelle Begegnungen“ ging dann alles recht zügig. Pauline wurde eingeladen, erhielt später den Zuschlag für Peru. Und sie lernte bei der Anmeldung Bich kennen, ebenfalls eine Norddeutsche, ebenfalls mit Ziel Peru.
Wohin es in dem Andenstaat am 22. August 2018 geht, das werden die beiden erst in einigen Wochen erfahren. Auch, in welchen Bereichen sie arbeiten werden, ist noch offen. Paulines Prioritätenliste: Am liebsten sei ihr eine Tätigkeit im Bildungssektor („vielleicht als Lehrer-Assistenz“). Auf Rang zwei ihrer Liste rangiert Soziales („da geht es zum Beispiel um Arbeit mit Straßenkindern“), auf Platz drei Ökologie.
Ob sie denn keine Angst habe, ein Ticket für ein Jahr allein in einem fremden Land zu lösen? Na ja, frei von Angst sei sie nicht, räumt die 17-Jährige ein. „Dass es in ganz Südamerika Probleme mit der Kriminalität gibt, ist bekannt.“ Die Warnungen aus dem Auswärtigen Amt seien da ziemlich eindeutig. Aber: „Man sollte nichts provozieren.“ Es sei halt verkehrt, „mit einem Top und kurzem Röckchen rumzulaufen.“ Und im Dschungel sei der Körper sowieso zu bedecken – als Schutz vor Insekten.
Doch trotz mancher Nachteile überwiege das Positive. „Ich erwarte, dass ich Neues kennenlerne, selbstständiger und unabhängiger werde.“ Und sie freue sich auf die Menschen. Die seien, so wisse sie aus mehreren Gesprächen, „viel herzlicher“. Sie würden auch Fremde einladen.
