Hude - 1963 war das Jahr, in dem John F. Kennedy einem Attentat zum Opfer fiel, Ludwig Erhard Bundeskanzler wurde und Deutschland um die verunglückten Bergleute in Lengede bangte. Genau in diesem Jahr verließen die Frauen und Männer, die sich am vergangenen Sonnabend im Gasthof Burgdorf trafen, als Neuntklässler die Volksschule Hohelucht.
Dank intensiver Recherchen konnte ein Großteil der früheren Mitschüler, die 1954 eingeschult wurden, ausfindig gemacht werden. Immerhin 30 nahmen an der Wiedersehensfeier teil. Die am weitesten gereiste Teilnehmerin unterbrach für das Klassentreffen eigens ihren zweimonatigen Spanien-Aufenthalt. Aus Bayern waren Wolfgang Böhm, der heute in München lebt, sowie Ingrid Helfers aus Rosenheim dabei.
„Es war eine schöne Zeit“, waren sich die ehemaligen Klassenkameraden beim Schwelgen in Erinnerungen einig. Gegenstand zahlreicher Anekdoten war der frühere Klassenlehrer Heinrich Eilers. „Ich habe früher für ihn Zigaretten holen müssen“, lacht Ingrid Rüdebusch-Wieczorek. „Wer mit dem blinden Bekannten unseres Lehrers spazieren gegangen ist, musste keine Hausaufgaben machen“, ergänzt Brigitte Schnier. Dennoch: „Gelernt“, da sind sie beide einig, „haben wir alle eine Menge.“ Vor allem habe es „Heini“ Eilers verstanden, bei seinen Schülern das Interesse an Geschichte zu wecken. „Die Eselsbrücken, die er uns im Unterricht beigebracht hat, habe ich bis heute nicht vergessen“, sagt Ingrid Rüdebusch-Wieczorek. Zudem habe sich der Klassenlehrer damals intensiv darum gekümmert, dass seine Schützlinge eine Lehrstelle bekamen oder auf den Übergang zu weiterführenden Schulen gut vorbereitet waren.
Das bis dahin letzte Treffen der Klasse 9a hatte vor zehn Jahren stattgefunden. So lange soll es bis zum nächsten Wiedersehen nicht noch einmal dauern.
