Apen - Eine Integrierte Gesamtschule (IGS) wird es in naher Zukunft nicht geben in Apen. Zwar wird am neuen Niedersächsischen Schulgesetz noch gefeilt. Doch eines ist schon klar: „Eine Vierzügigkeit können wir mit unseren eigenen Schülerzahlen nicht erreichen“, sagt Doris Siefert vom Fachdienst Schulen.

Derzeit besuchen zwar Mädchen und Jungen aus den Landkreisen Leer und Cloppenburg die Oberschule Augustfehn. Für den Nachweis der Schülerzahlen zur Einrichtung einer IGS dürfen sie jedoch nicht herangezogen werden. Die in Ausnahmefällen erlaubte Dreizügigkeit ist keine Option. „Wir erfüllen die Ausnahmeregeln nämlich nicht“, betont Siefert. Die sehen beispielsweise vor, dass es in zumutbarer Entfernung keine Gesamtschule gibt.

Es muss sich etwas tun in der Bildungslandschaft der Gemeinde. Darüber sei man sich kürzlich im Fachausschuss über alle Fraktionen hinweg einig gewesen. „Als kleinste Ammerland-Gemeinde müssen wir gucken, dass unsere Kinder nicht benachteiligt werden.“ Zwar werde weiterhin an der Idee einer IGS festgehalten. „Aber Politik und Verwaltung müssen sich mit den Fakten beschäftigen. Es muss ein Weg gefunden werden, um den Schulstandort Apen dauerhaft attraktiv zu machen.“

Derzeit gibt es die Grundschulen in Apen, Augustfehn I und II sowie Nordloh. Hinzu kommt die Aper Außenstelle des Gymnasiums Westerstede mit den fünften und sechsten Klassen. Die Oberschule (OBS) in Augustfehn wird von Fünft-, Sechst-, Siebt-, Acht- und einigen Neuntklässlern besucht. Die übrigen Neuntklässler und die Zehntklässler werden in Apen unterrichtet. „Wir wollen die Außenstelle des Gymnasiums so lange wie möglich behalten“, betont Siefert. Ziel sei es, dass in Zukunft auch die OBS-Fünft- und Sechstklässler in Apen beschult werden. Durch die räumliche Nähe zu den Gymnasialklassen sei dann eine verstärkte pädagogische Zusammenarbeit möglich.

Was die Attraktivitätssteigerung betrifft, hat man vor allem die Mittagsverpflegung im Blick. Dafür müsse sich aber an der Situation im Schulkomplex Apen etwas verändern, heißt es seitens der Verwaltung. Sprich: Über die Einrichtung einer Mensa muss nachgedacht werden.

Wie Siefert gegenüber der Nordwest-Zeitung sagte, soll es schon bald einen Runden Tisch geben. Der wird aus Schulausschussmitgliedern und den Fraktionsvorsitzenden, Fachberatern und Vertretern der Verwaltung gebildet. „Dabei werden wir ausloten, wie wir die künftigen rechtlichen Rahmenbedingungen für die Schulen in der Gemeinde optimal nutzen können.“

Kerstin Buttkus
Kerstin Buttkus Kanalmanagement