Westerstede - „Wir kümmern uns. Das Thema ist gegenwärtig“, sagt Schuldezernentin Heidrun Hamjediers. Es geht um die Schulmensen in der Stadtgemeinde Westerstede. Eine Umfrage unter Schülern, Lehrern und Eltern ergab, dass die Kantinen sehr unterschiedlich genutzt werden. Auch bei der Qualität der Speisen ist noch Luft nach oben. Mit einem „Befriedigend“ wurde die Verpflegung im Schnitt bewertet.
Die Brakenhoffschule, die Grundschulen in Gießelhorst und Westerloy, die Schule an der Goethestraße sowie die Kindergärten Jahnallee, Fröbelstraße und Von-Weber-Straße bekommen ihre Mahlzeiten aus der Großküche der Hössensportanlage in Westerstede. 450 bis 500 Essen, so Hamjediers, würden dort jeden Tag für die Mädchen und Jungen zubereitet.
Die Grundschulen in Halsbek und Ocholt werden von örtlichen Gastronomiebetrieben versorgt. Hier liegen die Durchschnittsnoten für das Essen bei 2 beziehungsweise 1,7. Das Gymnasium Westerstede und die Robert-Dannemann-Schule (RDS) werden derzeit von einem weiteren Unternehmen beliefert.
306 Fragebögen wurden ausgewertet. Und die brachten Erstaunliches zutage. Von den 260 Ganztagsschülern am Gymnasium nutzen 70 den Mittagsservice. Von den 650 Ganztagsschülern an der RDS seien es nur etwa 30, berichtet Hamjediers. „Das ist eklatant“, sagt die Dezernentin, „und muss hinterfragt werden.“ An der Dannemann-Schule geschehe dies derzeit intensiv.
So beteilige sich die Einrichtung am Cuisinet-Programm der Techniker Krankenkasse in Kooperation mit dem Land Niedersachsen. „Gesund essen, besser lernen“: So heißt der Slogan des Projekts, durch das Schulverpflegung und Gesundheitsförderung zusammengeführt werden sollen.
An der RDS werden derzeit Konzepte entwickelt, wie sich die Akzeptanz für die Mensa steigern lässt. Man hat beispielsweise herausgefunden, dass es in den Räumlichkeiten viel zu laut ist. Außerdem schreckt der Name „Mensa“ ab; „Schulrestaurant“ könnte hier für einen größeren Zuspruch sorgen. Im Laufe des nächsten Jahres, so Hamjediers, werde „die Hössen wohl auch die Schüler der RDS verpflegen“.
Um in den übrigen Einrichtungen die Qualitätsverluste zu minimieren, haben sich die Verantwortlichen bei „der Hössen“ schon etwas einfallen lassen. Der Transport von der Großküche zur jeweiligen Schule wird jetzt nicht mehr von Externen, sondern in Eigenregie erledigt. Das verringert die Warmhaltezeiten. In der Brakenhoffschule werden zudem einige der Gerichte zu Ende gegart.
Die Dezernentin betont, dass es bei den Mahlzeiten in den Schulen nicht allein um die simple Nahrungsaufnahme gehe. „Das Essen in der Gemeinschaft ist wichtig für die grundsätzliche Stimmung. Es erfüllt also auch soziale Aspekte.“
