Hude - Einmal kräftig pusten bitte – nein, die Erstklässler der Grundschule Jägerstraße mussten sich am Mittwochvormittag keinem Alkoholtest der Polizei unterziehen. Vielmehr handelte es sich um den Start des Präventionsprogramms „Klasse 2000“. Kerstin Seifert war als „Gesundheitsförderin“ in die Schule gekommen, um mit den Kindern der Klasse 1a über den eigenen Körper zu sprechen, und als kleines Geschenk gab es für alle Mädchen und Jungen einen Atemtrainer.

Der ist gelb und ähnelt einer kleinen Pfeife. Wer an einem Ende gleichmäßig genug hineinbläst, kann einen weißen Ball am anderen Ende schweben lassen. Auch Bürgermeister Axel Jahnz, der als Klassenpate beim Auftakt dabei war, zeigte, dass ihm nicht so schnell die Puste ausgeht. „Der Atemtrainer hilft Euch dabei, sich zu beruhigen und zu entspannen, wenn man aufgeregt ist. Zum Beispiel vor einer Mathe-Arbeit“, sagte Kerstin Seifert. „Wer ihn benutzt, dem fällt es leichter, sich zu konzentrieren.“

Bevor die Schüler den Atemtrainer ausprobieren durften, lernten sie „Klaro“ kennen – die „Sympathiefigur“ von „Klasse 2000“, die sie während des Projekts begleiten wird. Sie erfuhren Wissenswertes über den „Weg der Luft“ und die Funktion der Lunge. Zum Abschluss übergab Seifert den Kindern Forscherausweise – sie sollen entdecken, was ihrer Gesundheit und ihrem Körper gut tut. „Daher ist das Programm auch eine Form der Gewalt- und Suchtprävention“, betonte Kerstin Seifert. Denn wer über seinen Körper und dessen Eigenarten Bescheid wisse, gehe auch sorgsamer damit um.

Die Auftaktstunde gestaltete die Fachfrau am Mittwoch nacheinander in den vier Klassen des ersten und zweiten Jahrgangs. Das Projekt endet erst, wenn die Kinder die Grundschule nach der vierten Klasse verlassen. Rund 15 besondere „Klaro“-Stunden werden pro Schuljahr in den normalen Unterricht integriert. Kerstin Seifert gibt in den Klassen jeweils zwei bis drei Impuls-Stunden zur Einführung, von den Klassenlehrerinnen werden die Inhalte anschließend vertieft. Zum Programm gehören Themen wie „So funktionieren Herz, Gehirn, Atmung und Verdauung“, „Bewegung mit Spaß und jeden Tag“, „Mit Gefühlen richtig umgehen – bei mir und anderen“ oder auch „Nein muss sein – zum Beispiel zu Tabak und Alkohol“.

In der nächsten „Klaro“-Stunde darf sich jedes Kind sein eigenes Maskottchen basteln und bemalen. Doch zunächst wird weiter in den Atemtrainer gepustet – Kerstin Seifert: „Das ist Eure Hausaufgabe.“