Sande - Die Zeiten, in denen in Klassenräumen nur eine Kreidetafel an der Wand hing, sind schon eine ganze Weile passé. Beamer und Videotechnik, Laptops und Active Boards gehören an den meisten Schulen längst zum Standard und haben mit ihren Anwendungsmöglichkeiten die herkömmlichen Schultafeln verdrängt oder aber zumindest in ein Schattendasein gerückt.
An der Oberschule Sande wird nun ein neues multimediales System eingeführt, das Schulleiter Hans-Joachim Vogt und der für die 20 Schulen des Landkreises Friesland zuständige Netzwerkadministrator Joachim Braams am Donnerstag vorstellten: Das System besteht aus einem Smartboard mit Rechner, einer Tastatur und einem Visualisierer, der den seit Jahrzehnten gängigen Overhead-Projektor ablöst.
Und das funktioniert in etwa so: Neben dem Lehrerpult ist ein Tisch mit einem größeren Monitor aufgebaut. Auf dem lassen sich zum Beispiel die gerade im Schulbuch behandelten Seiten darstellen und bearbeiten. Das Bild wird zugleich auf die weiße Wand projiziert, so dass es alle Schüler sehen können. Über die Tastatur, die – selbstverständlich kabellos – von jeder Ecke im Klassenraum aus bedient werden kann, können die Ausgaben bearbeitet oder Lösungen eingegeben werden, das Bild ist dann sofort für alle Schüler sichtbar.
Sina Ohlmann, Klassenlehrerin eines sechsten Jahrgangs, ist von den neuen technischen Möglichkeiten begeistert. Sie erhöhen zum einen die Aufmerksamkeit ihrer Schüler und steigern zum anderen die Interaktivität ihres Unterrichts. Und im Gegensatz zu den an vielen anderen Schulen gerade erst eingeführten Whiteboards – elektronischen Tafeln, die an einen Computer angeschlossen sind und mit speziellen Stiften auch wie eine herkömmliche Tafel beschreiben werden können – hat der Lehrer bei diesem System auch immer Blickkontakt zur Klasse. Von den vielfältigeren technischen Einsatzmöglichkeiten einmal abgesehen.
Mit einem Visualisierer, einem Gerät, das aussieht wie eine Schreibtischlampe, können zudem Gegenstände, Bücher, Seiten und alles was darunter liegt, gescannt und an die Wand projiziert werden.
Das System hat die Oberschule Sande mit Hilfe von Netzwerktechnikern selbst entwickelt, berichtet Schulleiter Vogt voller Stolz. Nun sollen die Whiteboards oder auch Active Boards wieder rausfliegen. Vogt hofft, nach und nach weitere Klassenzimmer mit der neuen Technik ausrüsten zu können, zumal die mit 1500 Euro nur halb so teuer sind wie die Whitebords. Drei bis fünf weitre Klassenräume sollen 2014 folgen.
