Hamburg - „Steuererklärung machen“ – das ist eine dieser eigenen Handlungsverpflichtungen („To-dos“), die jedes Jahr ab Januar oder Februar auf diversen Notizzetteln stehen – und doch erst irgendwann „Richtung Dezember“ erledigt werden. Über das Jahr kommen dann auch noch immer mehr verschobene Aufgaben hinzu, die Liste wird immer länger – ein Zustand, für immer mehr Zeitdruck und Stress sorgt. Dies lasse sich allerdings vermeiden, sagt Karriereberaterin Hanne Bergen aus Hamburg.

Dafür sollte man sich auf die Aufgaben für den jeweiligen Tag konzentrieren und von vornherein jedes To-do konsequent mit einem Termin versehen, empfiehlt Bergen. „Das dämmt die Aufschieberitis ein. Und wenn man dann einen guten Tag hat und „To-dos“ für die nächste Woche erledigt, fühlt man sich umso besser.“

Wenn man mit Papier arbeitet, sollte man auch darauf achten, keine Aufgabe zweimal aufzuschreiben. Und: Bergen rät außerdem, nicht zu viele kleine To-dos aufzuschreiben. „Man sollte nicht jeden Arbeitsschritt notieren.“

Gegen das Verschieben helfe außerdem, zu klären, warum man sich vor einer Aufgabe drückt. Bei To-do-Listen aus Papier eigne sich dafür die Masern-Technik: Dabei wird jede verschobene Aufgabe mit einem roten Punkt markiert. „Wenn ein Zettel dann langsam vier, fünf Masernpunkte hat, also langsam „erkrankt“, muss man sich fragen, welche Hürden mit der Aufgabe verbunden sind.“ Das könnten offene Fragen sein, ein Konflikt, den man nicht führen möchte und die Ausfechtung deshalb aufschiebt, oder dass man einfach keinen Sinn mehr in der Aufgabe sieht.

Ob man seine To-do-Listen auf Papier oder elektronisch führt, sei dagegen lediglich individuellen Vorlieben geschuldet, so die Karriereberaterin. Sinnvoll seien solche Listen vor allem dann, wenn man gestresst ist, um – dann nämlich das Kurzzeitgedächtnis zu entlasten.