Garrel - Als Pensionär ist er viel im heimischen Garten. Er pflegt ihn in liebevoller Zusammenarbeit mit seiner Frau und zieht sich auch gerne mal dorthin zurück, wenn er Ruhe braucht. In einer Ecke der heimischen Grünanlage wacht auf einem hölzernen Schild ein Marienbild über das Ehepaar. „Für mich und meine Frau ist die kleine Mutter Gottes in unserem Garten ein Ort der Ruhe“, sagt August Böckmann. Nur Ruhe spendet die Kirche dem 71-Jährigen aber nicht. Auch im Ruhestand ist er weiter als Diakon in der Gemeinde Garrel tätig. Doch er macht es immer noch gerne – am 14. Oktober diesen Jahres dann auch schon 25 Jahre lang.
„Meine Eltern wollten von Anfang an, dass ich ein Mann der Kirche werde. Doch für den Priesterberuf konnte ich mich dann doch nicht entscheiden“, sagt Böckmann, der unter anderem im Internat der Herz-Jesu-Priester in Handrup zur Schule ging. „Nicht zuletzt dort im Internat wurde mir klar, dass ich den Glauben vermitteln will“, so Böckmann.
Lehrer für Religion
Der Weg zum Lehrer für Religion war geebnet. Dazu kamen die Fächer Deutsch, Mathe, Biologie und Kunsterziehung. Nach dem Studium machte sich Böckmann im Jahr 1968 auf Jobsuche. „Meine erste Station sollte die Grundschule im emsländischen Sustrum werden. Damals sogar noch mit Dienstwohnung“, berichtet der gebürtige Kamper mit einem Schmunzeln. Noch im gleichen Jahr heiratete er seine Frau Elisabeth.
Schon damals war Böckmann die Arbeit mit Kindern wichtig. „Ich habe immer versucht, meinen Schülern den Glauben schon früh näher zu bringen. Das halte ich auch heute noch für unabdingbar“, so der pensionierte Lehrer. Nach sieben Jahren im Emsland wurden die Böckmanns aber vom Heimweh getrieben. „Wir wollten zurück ins Oldenburger Land“, sagt der heutige Diakon. Hierfür bot sich die Gemeinde Garrel an. „Meine Frau hat hier Verwandtschaft. So fiel uns der Start nicht so schwer“, so Böckmann. Nach drei Jahren an der Grundschule in Tweel wechselte Böckmann als Konrektor an die Grundschule in Garrel. „Dort begann die schönste Zeit für mich.“
Nun wurden auch die Garreler auf den Lehrer aufmerksam. „Irgendwann sprach mich dann der damalige Pfarrer Alfons Diekmann an, ob das Amt des Diakons nicht etwas für mich wäre. Lange zögerte ich nicht und nahm das Angebot an“, so Böckmann. Nach einer langen Ausbildung wurde er am 14. Oktober 1990 in Münster zusammen mit 18 weiteren Männern zum Diakon geweiht. Allein sieben von ihnen kamen aus dem hiesigen Offizialatsbezirk – „und es verbindet uns heute noch eine große Freundschaft mit regelmäßigen Treffen“, so Böckmann.
Diakon als Mittelsmann
Auch als Diakon legte Böckmann in den vergangenen 25 Jahren sein Hauptaugenmerk auf die Kinder. „Die Organisation von Familiengottesdiensten und Kleinkindermessen lag mir immer sehr am Herzen“, sagt der dreifache Vater und vierfache Großvater. Dazu kamen Assistenzdienste bei Beerdigungen und Messen, Trauerbesuche. „Überall, wo ich zu Gast war, wollte ich als Diakon sein“, so der Kirchenmann. Das weiss auch Pfarrer Paul Horst: „August Böckmann ist ein ganz wichtiger Mittelsmann in Garrel. Ohne ihn würde uns viel fehlen.“
Nach 25 Jahren soll seine Arbeit nun auch gefeiert werden. Am 17. Oktober wird es nach der Vorabendmesse einen Empfang in der Mensa der Oberschule geben. „Ich hoffe auf schöne Stunden. Wenn meine Eltern die Feier sehen könnten, würden sie sicherlich zufrieden mit meinem Werdegang sein.“
