Bookholzberg/Hude - Wie sich die Szenen gleichen: Knapp eineinhalb Jahre ist es her, dass im Bookholzberger Jugendzentrum sechs Babys auf einer Krabbeldecke lagen, während ihre Mütter bei Kaffee und Kuchen die Eröffnung des Café Kinderwagen feierten. Jetzt eine ganz ähnliche Situation – doch aus den Babys sind Kleinkinder geworden, die Krabbeldecke musste Rutschautos weichen. Gefeiert wurde diesmal die Eröffnung des Café Bobbycar.
Einmal in der Woche, immer dienstags von 9.30 bis 11 Uhr, gehört der Kaffeepott nun den Ein- bis Dreijährigen und deren Eltern zum Spielen und Informationsaustausch. Christina Gräver aus dem Leitungsteam des Jugendzentrums betreut die Gruppe zusammen mit der ehrenamtlichen Erziehungslotsin Heike Freese. „Das Café Bobbycar ist ein super Joint Venture für uns!“, kommentierte Martin Ahlrichs, Leiter des Kreisjugendamts bei der Eröffnungsfeier. Betrieben wird das Angebot von der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen und Kinderschutz des Jugendamts. Die Gemeinde Ganderkesee stellt sowohl für das Café Kinderwagen (mittwochs, 9.30 bis 11 Uhr) als auch für das Café Bobbycar unentgeltlich ihre Räumlichkeiten zur Verfügung. „So ist das Jugendzentrum auch vormittags mehr als sinnvoll genutzt“, sagte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas, die zusammen mit Fachdienstleiterin Sieglinde Jahn zur Eröffnung gekommen war.
Für die Eltern ist der Besuch der beiden Cafés kostenfrei. Die Personal- und Sachkosten würden über die Bundesinitiative Frühe Hilfen gedeckt, so Beate Pollak vom Jugendamt.
Bookholzberg ist nach Ahlhorn der zweite Standort im Landkreis, an dem ein Café Bobbycar eröffnet wurde. Auch das Café Kinderwagen, das heute regelmäßig von etwa 15 Babys und ihren Eltern besucht wird, war im Juni 2013 das zweite seiner Art – nun ist es in vier Gemeinden des Landkreises zu finden. In Hude und Hatten sei es zudem im Aufbau, so Ahlrichs.
In Hude soll es das Angebot der Beratungserzieherinnen ablösen. Dies hatte zu Protesten von Eltern geführt, die zum einen bemängeln, dass das „Café Kinderwagen“ an der Zielgruppe vorbeigehe, da Kleinkinder im Fokus stünden, zum anderen seien Erziehern im „Café Kinderwagen“ Kinder und Eltern nicht so bekannt, wie den Erzieherinnen im Kindergarten. Die Hemmschwelle sei also viel größer. Den Weg zu Beratungsstellen außerhalb würden Betroffene oft scheuen. Die Beratungserzieherinnen hingegen stünden ganz individuell zur Verfügung, wenn es Probleme gebe (NWZ berichtete).
Christina Gräver freute sich über die große Resonanz, die das neue Angebot innerhalb kürzester Zeit erfahren habe. 15 Mütter und Väter waren mit ihren Kindern zur Eröffnung gekommen. „Einige haben sich sogar extra dafür Urlaub genommen“, lobte die Erzieherin und Sozialarbeiterin, die die Cafés auf Honorarbasis betreut.
Eltern, die an einem der beiden kostenfreien Angebote teilnehmen möchten, erhalten weitere Informationen im Kaffeepott,
