„Oberschulen halsen sich eine Menge auf“ (NWZ vom 26. Januar)

(...) Die Oberschulen sind strukturell als Gesamtschule angelegt und sollen ihren Schüler/innen alle Abschlüsse des Sekundarbereichs I ermöglichen. Dieses wird jedoch von Jahr zu Jahr schwieriger, da durch das Anwahlverhalten der Eltern die Oberschulen in Oldenburg zunehmend zu „Haupt- und Förderschulen“ zurückentwickelt“ werden. (...) Noch können die Oberschulen ihre Profile anbieten und mit einem äußerst vielfältigen Berufsorientierungsschwerpunkt aufwarten.

Wenn sie deswegen und wegen des „praxisnahen Lernens nicht wegzudenken sind“ und auch nicht wegen der wichtigen Arbeit bei der „Integration von Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien“, wird klar, welche Aufgabe Oberschulen in der Oldenburger Schullandschaft zugesprochen wird. Wollen die Schulen das so?

Ich finde, es ist an der Zeit, über die Einbettung dieser Schulform in die Oldenburger Bildungslandschaft nachzudenken. Wem zu viel aufgehalst wird, der kann auf längere Sicht nicht durchhalten.

Die Berufsorientierung hat an den Gesamtschulen nicht den Stellenwert wie an Oberschulen. Dennoch ist auch für eine Vielzahl der Schüler/innen der Gesamtschulen dieser Bereich von großer Bedeutung. Eine Zusammenarbeit der Gesamt- mit Oberschulen nicht nur in diesem Bereich könnte zu Verzahnungen führen, die einen Gewinn für beide Schulformen darstellen kann.

Zur Zeit besteht de facto eine Dreigliedrigkeit des Systems, in der einer Schulform – nämlich der Oberschule – bestimmte Bereiche „aufgehalst“ werden. Das kann kein Zukunftsmodell sein. Die von der Stadt in Auftrag gegebene Untersuchung der Bildungslandschaft soll Orientierung für die kommenden 10 bis 15 Jahre geben. (...) Die Daseinsberechtigung der Oberschulen in ihrer jetzigen Form sollte ganz gezielt in den Fokus geraten.

Marlies Ramien Wilhelmshaven