Großenkneten - Aus eigener Erfahrung weiß Sigrid Nolte, in welch ärmlichen Verhältnissen die Kinder im weißrussischen Bychau leben. Und dann sind sie noch durch die Reaktor-Katastrophe im 300 Kilometer entfernten Tschernobyl (Ukraine) geschwächt. „Mir liegen die Kinder am Herzen“, sagt die 65-Jährige aus Regente, die sich seit 20 Jahren in der Großenkneter Tschernobyl-Hilfe engagiert. Seit mehr als 25 Jahren kommen Kinder in den Sommerferien in die Gemeinde Großenkneten und erholen sich von den Folgen der Atomkatastrophe, die auch nach 31 Jahren noch nachwirkt.
Nun gehen die drei Wochen für die Acht- bis 13-Jährigen so langsam zu Ende. Am kommenden Sonntag fahren sie mit ihren beiden Betreuerinnen per Bus zurück nach Weißrussland.
„Höhepunkt für die Kinder hier ist jedes Mal wieder der Besuch im Tierpark Thüle mit den zahlreichen Spielmöglichkeiten“, erzählt Nolte. Zum Programm gehörte aber auch ein Tag im Museumsdorf Cloppenburg mit dem pädagogischen Programm „Von Korn zum Mehl“. Auch die Spielscheune in Oldenburg wurde angesteuert.
Unterschiedlich war die Freizeitgestaltung mit den Familien, in denen die Kinder einzeln oder zu zweit wohnen. Nach Aussage von Nolte sind unter den Gastfamilien in der Gemeinde mittlerweile viele, in denen auch sonst russisch gesprochen wird.
Zu Beginn der drei Wochen durften sich die Mädchen und Jungen in einer Kleiderkammer gut erhaltene Kleidung aussuchen. „Die Kinder kommen immer mit wenig Kleidung hier an“, erklärt Nolte. Die Not auf dem Land in Weißrussland sei vielfach groß. Die Menschen seien aber sehr herzlich, wie sie bei jedem ihrer 13 Besuche dort festgestellt habe.
Am kommenden Freitag findet ab 15 Uhr ein Fest für die Kinder und alle Helfer der Tschernobyl-Hilfe im Dorfgemeinschaftshaus in Ahlhorn statt. Eingeladen hat dazu der Verein für Lebenshilfe, der auf dem Dorfplatz auch ein Eisstockschießen ausrichten wird.
Ihren Besuch angekündigt hat auch Angela Lauterbach, die Turnierleiterin der Ahlhorner Reitertage. „Wir möchten 200 Euro an die Tschernobyl-Hilfe überreichen, weil wir toll finden, was die Bürger in der Gemeinde Großenkneten für diese Kinder leisten.“
Diese und andere Spenden, auf die die Tschernobyl-Hilfe angewiesen ist, werden von der evangelisch-lutherischen Gemeinde Großenkneten verwaltet, unter deren Dach sich die Gruppe gestellt hat.
