Westerstede - In die Slowakei, nach Litauen, nach Lettland und nach Polen ging es für Schüler des Gymnasiums Westerstede in diesem Jahr. Die Schüler nahmen an einem Austauschprogramm teil. Bis Donnerstag, 6. Dezember, sind im Kreishaus noch Plakate zu sehen, auf denen die Jugendlichen ihre Erfahrungen und ihr neu erworbenes Wissen präsentieren. Die Ausstellung trägt den Titel: „Wie nah ist uns der Osten?“
Bei der Eröffnung betonte Landrat Jörg Bensberg, wie nah das Ammerland dem Osten schon einmal gewesen sei: Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Osten Europas auch bis ins Ammerland.
Mit der Geschichte der Deutschen im Osten Europas beschäftigten sich auch jene Schüler, die Šilutėe (Heydekrug) in Litauen besuchten. Dort hatten bis vor dem Weltkrieg Deutsche gelebt, während des Krieges gab es dort ein Arbeitslager der SS, in dem Juden Zwangsarbeit leisten mussten.
Aber auch mit dem Alltag des heutigen Litauens beschäftigten sich die Schüler. „Die Pfannkuchen in Litauen schmecken viel besser als die bei uns“, erinnerte sich Lena Jelschen aus der 10b. Außerdem seien die Litauer sehr viel spontaner als die Menschen in Deutschland, wusste die 17-Jährige Schülerin zu berichten.
„Dort ist Tanzen Unterrichtsfach“, berichteten Carl Düvel und Melissa Hullanzy. „Und die Jungs dort tanzen richtig gut, das hat unsere Ammerländer ziemlich alt aussehen lassen“, erzählte die 16-Jährige.
Lehrerin Britta Lüschen hat die insgesamt etwa 25 Schüler begleitet. Untergebracht waren sie in litauischen Familien. „Wir halten immer noch Kontakt über soziale Netzwerke“, erzählte der 16-jährige Carl Düvel.
Ein Gegenbesuch der Litauer ist vorgesehen. Noch sei aber nicht klar, wann dieser stattfinden solle, sagte Lehrerin Lüschen. An der Organisation war Uwe Riegel beteiligt. Er setzt sich schon seit 20 Jahren für solche Programme ein.
Die Ausstellung wird von der Oldenburgischen Landschaft mitgetragen.
