Berne/Oldenburg - „Noch zehn Minuten spielen, dann geht’s ins Bett.“ „In einer Viertelstunde gibt’s Mittagessen.“ „In fünf Minuten müssen wir los.“ Und die Reaktion des Nachwuchses? Fällt meistens nicht so aus, wie erhofft. Weil Kinder einfach ein anderes Zeitgefühl haben. Sie kennen nur jetzt und sofort, kein abwarten oder später. Christian Pieper aus Berne hat ein Gerät für Kinder entwickelt, das ihnen dabei hilft, Zeitspannen zu begreifen. Im Berner Kindergarten wurde das TimeLight-Gerät jetzt getestet – und für ziemlich gut befunden.
Christian Pieper ist Student an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Am Institut für Informatik (Offis) arbeitet er im Rahmen seiner Masterarbeit an dem TimeLight-Gerät. Das ist ein hölzerner Kasten mit bunten Bildern an den Außenseiten und einer Plexiglasscheibe auf der Oberseite. In diese Oberseite können unterschiedlich große Bausteine eingesetzt werden, die in bunten Farben leuchten. „Sie stehen für verschiedene Minuteneinheiten. Insgesamt können auf dem Gerät 25 Minuten angezeigt werden“, so der 28-Jährige. Mit dem Verstreichen der Minute, wird das jeweilige Licht allmählich dunkler und erlischt schließlich. Das Gerät ist dabei bewusst schlicht gehalten. „Die Kinder sollen nicht von ihrer eigentlichen Aufgabe abgelenkt werden“, so Pieper.
„Ich würde für dieses Gerät Geld ausgeben“, sagte Erzieherin Antje Stanke am Dienstag im Gespräch mit der NWZ . Im Alltagstest hätten die Jungen und Mädchen durchaus ein Gefühl für Zeitintervalle entwickelt. So wussten die Kinder zum Beispiel, dass der Frühstückstisch abgeräumt werden muss, wenn alle Lichter aus waren. Oder wie lange sie Zeit für ihre Gruppenarbeit, das Händewaschen oder Aufräumen haben. „Jetzt sind die Lichter aus“, sagt Bennet (4). Und Lilly (5) weiß: „Das waren fünf Minuten.“ Die Kinder kennen sich aus.
„Wir würden so ein Gerät gerne dauerhaft in den Alltag einbauen“, sagte Antje Stanke, die sich nur ungern von dem Gerät trennt. Denn Christian Pieper bringt seine Masterarbeit, die von Prof. Dr. Susanne Boll-Westermann und Dipl.-Informatiker Heiko Müller betreut wird, derzeit zum Abschluss. „Wie es mit dem Prototyp nach dem Abschluss der Arbeit weiter geht, kann ich nicht sagen.“ Für den Berner steht nur fest, dass er in Kürze kein Student mehr ist. Dann bewirbt er sich als Informatiker. Er ist guter Dinge, in der Region um seinen Heimatort fündig zu werden.
