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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Digitalisierung: Hochschulen planen Aufbruch zu neuen Ufern

06.09.2018

Kenner schwärmen von einer „digitalen Wunderwelt mit 20 Jahren Vorsprung vor Deutschland“. Gemeint sind Finnland und vor allem Estland, die Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) in dieser Woche auf Suche nach Vorbildern für die Digitalisierungsoffensive in Niedersachsen besucht. Welche Kooperationen und Absprachen kann es geben? Mit dabei: Alle Hochschulen aus dem Nordwesten plus das Informatik-Institut Offis aus Oldenburg. Die Eindrücke sind nachhaltig.

Prof. Joachim Hertzberg vom Roboter-Zentrum Osnabrück bestätigt fast schon neidisch: „Finnen und Esten sind einfach schneller bei der Digitalisierung.“ Allerdings findet der Experte für künstliche Intelligenz auch: „In dem Bereich brauchen wir uns in Deutschland nicht zu verstecken mit Blick auf die Entwicklung.“ Aber die Finnen hätten gerade einen nationalen Plan für künstliche Intelligenz aufgelegt. Staatsziel sozusagen. „Aus den Treffen können sicher Zusammenarbeiten erwachsen. Fachlich kennt man sich bereits“, so Hertzberg. Der Osnabrücker freut sich, dass mit Thümler sich auch die politische Ebene dem Thema Digitalisierung widmet. „Das ist etwas Neues. Das Land Niedersachsen muss einfach dabei sein.“

Prof. Wolfgang Nebel, Vorstandsvorsitzender vom Informatik Offis in Oldenburg, analysiert ähnlich. „Finnland und Estland sind einfach mutiger bei Ausbildung und Forschung. Solche Einrichtungen wie eine Start-up-Factory in Helsinki sind für mich einfach Vorlagen, auf die wir auch bei uns reagieren könnten“, sagt Nebel. In Oldenburg gebe es den Plan, einen IT-Campus aufzubauen, „der sehr ähnlich aussehen sollte, wie die Einrichtungen, die wir in Helsinki gesehen haben“.

Wo eine solche „Fa­brik“ in Oldenburg stehen könnte? „Es müsste ein neues Gebäude erstellt werden in zentraler Lage – mitten in der Universität – an dem das Technologie- und Gründerzentrum teilhaben könnte. Der Vorteil: Forschungseinrichtungen wie DLR und Offis oder andere Einrichtungen könnten auf einem Campus gemeinsam Werkstätten einrichten.“ In Finnland dauert eine Gründung 42 Stunden – wie lange in Oldenburg? „Länger!“, sagt Nebel und lacht. „Aber die Ideen können genau so schnell entstehen.“

Prof. Burghart Schmidt, Präsident der Uni Vechta, zeigt sich beeindruckt von den Einrichtungen. „Wir hinken in vielen Dingen hinterher – beispielsweise bei Gebäuden und Infrastruktur, bei der Offenheit für den Austausch und bei der Bereitstellung von Flächen“, bedauert er. In Niedersachsen gebe es „das staatliche Baumanagement, das acht Quadratmeter für zwei Personen festlegt. So kommen wir nicht wirklich weiter“, betont er: „Wir brauchen ein gesellschaftliches und politisches Bewusstsein für den Stellenwert von Bildung von der Schule bis zu den Universitäten“, fordert Schmidt.

Prof. Manfred Weißensee, Präsident der Jade Hochschule in Oldenburg, Wilhelmshaven und Elsfleth, bringt „eine ganze Reihe von Ideen mit“. „Wir müssen Forschungsergebnisse mehr in die Breite bringen – beispielsweise mit Blick auf Gründungen“, sagt er: „Wir sind in Niedersachsen nicht schlecht, auch wenn wir hinter Berlin liegen. Der persönliche Austausch sollte auch in Zukunft fortgesetzt werden. Wir werden in Wilhelmshaven, Oldenburg und Elsfleth sprechen, wie wir an die Kontakte weiter anknüpfen.“ Das klingt sehr nach einem Aufbruch zu neuen Ufern.

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