DöTLINGEN - Distelfalter oder Zitronenfalter: Schmetterlinge beginnen ihr Dasein als unscheinbare Raupen. Grundschulkinder beobachten deren Entwicklung.

von Anja Rohde

DÖTLINGEN - „Die sind so klein, wenn sie verpuppt sind. Da wundert man sich, wie die großen Schmetterlinge in die Hülle reinpassen.“ Die siebenjährige Katharina ist immer noch fasziniert. Gemeinsam mit den Klassenkameraden der 1b der Grundschule Dötlingen hat sie schon erlebt, wie Raupen sich verpuppen und zu Schmetterlingen werden. Aber das Staunen bleibt.

Auch jetzt erzählen die Kinder mit viel Eifer von der Aufzucht der Raupenlarven, die ihre Klassenlehrerin Marion Wilkening in England bei einer Raupenfarm bestellt hat. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Heidi Dittschar, Klassenlehrerin der 1 a, bietet sie das Projekt an.

Die erste „Lieferung“ aus England ist längst in die Freiheit entlassen. (Wilkening: „Da hatten wir Glück, dass das Schlüpfen während der Schulzeit passiert ist“). Die zweite hat sich nun ebenfalls verpuppt.

Doch bevor es soweit war, haben die Kinder die wurmartigen Wesen aufpäppeln müssen. „Raupen sind wählerisch. Am liebsten mögen sie Brennnesseln“, erläutert Wilkening. Und so gingen täglich zwei der Schüler Blüten, Brennnesseln und Meerettichblätter sammeln, die sie in die kleinen Plastikgefäße mit perforiertem Deckel gaben, in denen die Raupen lebten. „Bananen, Apfelsinen und Zuckerwasser mögen sie auch gern“, weiß die siebenjährige Lena. Nach etwa zwei Wochen der Völlerei hatten die Raupen genug gefressen. Sie hängten sich Kopfunter an den Wattefließ im Deckel der Gefäße und begannen, sich zu verpuppen. Die Kokons am Wattefließ zogen dann in ein größeres Behältnis, das aus feinmaschigem Netz besteht, um. Von hier aus ist es fast nur noch einen Flügelschlag bis in die Freiheit, die einige der frisch geschlüpften Schmetterlinge nicht zu reizen scheint. „Einen Schmetterling mussten wir mit Butterblumen und Bananen rauslocken“, berichtet eines der Kinder. Irritierend auch die rote

Flüssigkeit, die aus dem Kokon austrat. „Da dachten wir erst, der Schmetterling blutet“, sagt Daniel (7). Wilkening erklärte den Kindern, dass es sich um überschüssige Flügelfarbe handelte.

Die leeren Puppen haben die Schüler aufgehoben. Jetzt haben sie weitere Raupen, die sie draußen gefunden haben, ins Klassenzimmer geholt. Dass es sich bei der grünen Raupe um einen künftigen Zitronenfalter handelt, ist den kleinen Experten natürlich klar.