Dötlingen - Mit fragenden Blicken stehen Oliver (9), Luca (11), Leon (10) und Amy-Jo (9) vor dem blauen Putzeimer. An der Seite des Eimers ist eine Kurbel befestigt, im Eimer ist ein silbernes Wasserrad zu sehen. Die Frage: Wie bringen die Kinder die Kurbel in Bewegung, ohne selbst daran zu drehen?
Diese und weitere Aufgaben gehören an diesem Vormittag zur Lernveranstaltung über Klima und Energie. Die Grundschule Dötlingen organisiert sie in Zusammenarbeit mit dem RUZ (Regionales Umweltbildungszentrum) Hollen. Vom Lernstandort Huntlosen sind Biologin Edith Janßen, Lehrerin Ingrid Berghaus und FÖJler (Freiwilliges Ökologisches Jahr) Per-Lasse Wiesner anwesend, um die Kinder durch die verschiedenen Lernstationen zu führen.
„Die Kinder hören oft den Begriff ,Klimawandel’. Aber was ist überhaupt Klima? Wie entsteht zum Beispiel ein Treibhauseffekt?“, erklärt Janßen, während eine Gruppe von Viertklässlern einen Röhrenfernseher näher unter die Lupe nimmt. Ihre Aufgabe: Sie soll herausfinden, wie viel Strom das Gerät noch im „Standby“-Modus verbraucht. „Das können wir hiermit ablesen“, sagt die neunjährige Jolanda und zeigt auf ein Messgerät. 31,1 Watt zeigt es an, während der Fernseher eingeschaltet ist. Als sie ihn auf „Standby“ setzt, zeigt das Gerät noch 3,5 Watt an. „Wenn alle Menschen in Deutschland darauf verzichten würden, den Standby-Modus zu nutzen, könnten wir ein Kohlekraftwerk einsparen“, erklärt Janßen, als die Kinder die Zahlen in ihr kleines „Forscherheft“ notieren.
Die Kinder wissen jetzt: Kohlekraftwerke, die Strom erzeugen, verursachen Kohlendioxid. „Und davon zu viel“, ergänzt Alina (10). Dadurch könne die Wärme in Form von Sonnenstrahlen nicht komplett entweichen, zurück ins Weltall, sagt sie. Ergebnis: „Die Erde hat Fieber. Wir müssen es senken.“
Wie das geht, lernen die Kinder an den verschiedenen Stationen. Unter anderem, dass der Fernseher immer komplett ausgeschaltet werden sollte. Oder dass schwarze Steine Wärme besser speichern als weiße Steine und dass Sonnenstrahlen Energie erzeugen können. Genauso wie Wasser. Das haben jetzt auch Oliver und seine Klassenkameraden herausgefunden. Mit einer Gießkanne lassen sie Wasser über das silberne Rädchen im Eimer fließen. Sofort setzt es sich in Bewegung – und die Kurbel damit auch.
