DöTLINGEN - Kräuterfachmann Herbert Vinken erklärt die Welt der Pflanzen. Den Dötlinger Kindern gefällt es prima.
Von Ulrich Suttka
DÖTLINGEN - Nö, den Suppensauerampfer mögen Lotta, Jule, Lena und Marcel gar nicht. Da sind sich die vier Kinder von der Klasse 3a der Grundschule Dötlingen einig. Aber Lakritztagetes! Da leuchten die Augen, der schmecke „ganz toll“. Und schon hat der Gast im Schulgarten ein grünes Blättchen in der Hand, und tatsächlich: Katjes und Co. lassen grüßen. Herbert Vinken weiß, warum: Die Pflanze enthalte den gleichen Aromastoff wie die beliebten Süßigkeiten, um Insekten anzulocken. Eine Episode von gestern: Sie zeigt, dass Spaß und Lernen Hand in Hand gehen können.Heidi Dittschar, Klassenlehrerin der 3a, freute sich, dass die Kinder mit Begeisterung und Wissbegierde bei der Sache sind. Experte Vinken (Gärtnerei Herb’s in Nuttel) half ihnen gestern beim Bau eines Pflasterweges im Kräutergarten und den Pflanzarbeiten. „Die sind alle so leicht zu begeistern“, machte es Vinken Spaß, auf die vielen Fragen die Antworten geben zu können. Vor 14 Tagen besuchten sie ihn im Betrieb, vor einer Woche war das Schattenbeet dran, jetzt das Sonnenbeet und der Pflasterweg. Im Klassenraum ging es um die Pflanzen, die auf den Fensterbänken stehen, draußen um das ganz praktische Helfen beim Steineanreichen. „Ihr müsst Euch in die Reihe stellen“, gab Vinken den Tipp, wie es für alle am leichtesten geht, und die Kinder folgten dem Ratschlag.
Auch vom Naturschutzbund hat die Grundschule Unterstützung erfahren, um für das Schmetterlingsprojekt geeignete Pflanzen einsetzen zu können. Ganz nebenbei lernen die Mädchen und die Jungen der dritten Klassen von Heidi Dittschar und Marion Wilkening viel über Kräuter und die Natur an sich.
Vinken hatte sich auch einem Test zu stellen. Die Kinder servierten eine Brotzeit, und er hatte die Kräuter im Quark zu bestimmen. Mit ein bisschen Hilfe identifizierte er gar den Ananassalbei und hatte sogleich einen Tipp parat: An sich müssten die Kräuter länger ziehen, um geschmacksintensiver zu sein.
Der Kräutergarten ist ein Teil des Schulgartens. Die Kräuter liegen immer in der Obhut der jeweiligen dritten Klassen. „Wie schmeckt das? Kann man das essen?“ – das sind typische Fragen, wie Marion Wilkening berichtet. Seit kurzem ist übrigens eine Erkenntnis von Vinken bei den Schülern zum geflügelten Wort geworden: „Blütenessen nicht vergessen.“
