DöTLINGEN - „Eine Kohlmeise!“, ruft Justin und zeigt mit dem Finger auf den kleinen Vogel mit seinem rabenschwarzen Kopf und dem sonnengelben Bauch. Insgesamt entdecken die Dötlinger Grundschüler 21 Kohlmeisen für die Wintervögel-Zählaktion des Naturschutzbundes (Nabu).

Die Umweltschutzorganisation hat vom 6. bis 9. Januar in ganz Deutschland zur „Stunde der Wintervögel“ aufgerufen. Alle Tiere, die innerhalb einer Stunde im Garten oder auf dem Balkon beobachtet werden, sollen an den Nabu gemeldet werden. Dadurch wollen die Umweltschützer herausfinden, wo sie noch häufig vorkommen und wo sie selten geworden sind.

Die Grundschule Dötlingen hat sich auf die Zählaktion vorbereitet: Ein Vogelhäuschen hing bereits im Schulgarten, für zwei weitere konnten Hausmeister Heiner Ulrich und Vogelkundler Dietz Orth einen gut beobachtbaren Platz auf dem Schulhof finden, die Büsche rundherum sorgen für den nötigen Schutz vor Raubvögeln. In den vergangenen Tagen wurden die Wintervögel mit Sonnenblumenkernen und Haferflocken an die neuen Futterplätze gewöhnt.

Nun schauen Justin und die anderen Drittklässler aus den Fenstern der Klassenzimmer auf die Vogelhäuschen. Jeder hat einen Stift und eine Liste mit den 16 gesuchten Vogelarten in der Hand. „Da sind vier Rotkehlchen“, ruft Fabienne. Jeweils die höchste Anzahl wird eifrig notiert.

Auf der Fensterbank sind Bestimmungskarten mit Zeichnungen und Erklärungen verteilt. Doch die brauchen die Schüler nur selten: Bereits im vergangenen Jahr haben sie das Thema Wintervögel im Sachkundeunterricht durchgenommen. Sicher können sie die Vogelnamen zuordnen und sind daher die zuverlässigsten Vogelzähler, erklärt Heidi Dittschar, Klassenlehrerin der 3b.

Doch nicht nur die Namen kennen die Schüler, auch mit der Ernährung haben sie sich beschäftigt: „Die Weichfresser haben einen langen, spitzen Schnabel und die Körnerfresser einen kurzen, kräftigen“, meldet sich Yannick.

Die Weichfresser essen am liebsten Rosinen und Äpfel, weiß Justin. Sonnenblumenkerne und Erdnüsse sind für die Körnerfresser, erzählt Chiara. Die Eltern haben ihnen säckeweise Vogelfutter mitgegeben. Schließlich sind die Schüler nicht nur am Tag der Zählaktion für das Füttern zuständig, sondern den ganzen langen Winter über.