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Dötlinger Tiere Haben Ein Dickes Fell So überstehen diese Alpakas und Kängurus das Winterwetter

Dötlingen - Kängurus stammen aus Australien, sind deshalb Wärme gewöhnt und können Kälte nicht ab. So mag sich manch einer ein typisches Känguru vorstellen und sich fragen: Wie kommen die Tiere hierzulande mit der Kälte zurecht? Eine Antwort darauf haben Verona und Horst Lenz aus Dötlingen. Sie halten sich unter anderem Kängurus in ihrem Privatgehege. Seit 1996 leben auf dem ein Hektar großen Grundstück mehrere Tiere.

Kälte gewöhnt

Am Anfang des Termins gegen 11 Uhr vormittags zeigt das Thermometer Minus fünf Grad Celsius an. Kleine Schneeflocken fallen vom Himmel. Draußen im Gehege laufen die Tiere umher. Drinnen im Warmen bei einer Tasse Kaffee erzählen die Lenz’ von ihren Tieren. Und das erste, was sie deutlich machen: Alle Vier- und Zweibeiner in dem Gehege sind Winter und Kälte gewöhnt. Auch die drei Kängurus – ein Bock sowie eine Mutter mit der Tochter. „Es sind Östliche Graue Riesenkängurus“, erklärt Verona Lenz.

Die Tiere stammen aus Tasmanien. Auf der Insel, die zum Staat Australien gehört, herrschen in etwa Temperaturen, wie man sie auch in Deutschland gewöhnt ist, ergänzen die Lenz’. „Rote Riesenkängurus müssten wir in einem beheizten Stall unterbringen“, erklärt Horst Lenz. „Tiere sollte man dem Klima entsprechend halten“, findet er. Erst bei gut minus 15 Grad Celsius würden die Östlichen Grauen Riesenkängurus nicht ins Freie gelassen.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt gibt es bei der Haltung der Tiere keine Probleme. „Ich muss nur immer Kannen mit Warmwasser schleppen“, sagt Verona Lenz. „Sonst müssten die Kängurus Eis schlecken.“ Logisch: Im Winter friert das Trinkwasser im Freien leichter mal ein. Ansonsten gibt es das zu fressen, was es das Jahr über sonst auch gibt: Trockenfutter, manchmal dazu Früchtemüsli, Brot, Obst, Rosinen – „Die Kängurus fressen das, was wir abends auf dem Sofa knabbern“, ergänzt Verona Lenz mit einem Lächeln. Derzeit knabbern die Tiere gerne an den Knospen von Eichenästen. „Die sind gut für die Verdauung und für die Zähne“, weiß das Paar. Groß können sich diese Tiere auch machen: Bis zu einer Höhe von 1,80 Meter können sie sich aufrichten.

Auch den übrigen Tieren kann die Kälte nichts anhaben. „Die Alpakas haben ein dickes Fell und außerdem ihren Unterstand“, sagen die Gehege-Besitzer. Auch die Ziegen haben dickes Fell und dazu das warme Heu. Die geflügelten Bewohner, Perlhühner, Kronenkraniche und Störche, gehen nachts von allein in den Stall. Verona Lenz: „Sie warten dann nur noch darauf, dass die Tür zugemacht wird.“

Um zu verhindern, dass das Wasser zufriert, lässt das Paar bei Minustemperaturen durch einen Schlauch Sauerstoff in den Fischteich – auch, um ein Ersticken der Kois, die sich derzeit in Winterruhe befinden, zu verhindern.

Weiße Hirschkuh

Passend zu den weißen Schneeflocken lebt in dem Dötlinger Gehege eine weiße Hirschkuh. „Kein Albino“, stellt Horst Lenz klar. „Das Fell ist weiß, die Augen sind dunkel.“ In dieser Gegend sei dieses Tier sehr selten. Zwei Hunde, Meerschweinchen, Kanarienvögel und einen Rehbock hält sich das Paar ebenfalls.

„Ich wollte schon immer mit Tieren arbeiten“, schwärmt Horst Lenz. Auch seiner Frau ist die Tierliebe anzumerken: „Die Tiere sind total auf meinen Mann fixiert.“ Wenn er durch das Gehege läuft, würden die Alpakas springen, „und das Reh läuft ihm hinterher wie ein Hund“.

Das Paar Lenz hatte einst auch zwei Papageien im Haus. „Jeden Morgen haben sie immer ,Guten Morgen’ gesagt“, erinnert sich Verona Lenz. Beim Fußballgucken haben sie immer „mitgebölkt“ und das Wort „Buttercookies“ haben sie auch gerne benutzt. Einer der Papageien lebt mittlerweile im Tierpark Thüle. Mindestens einmal im Jahr besuchen die Lenz’ den Vogel dort. Auch er erkennt sofort Horst Lenz – und ruft ihm stets seinen Namen hinterher.

Verena Sieling
Verena Sieling Redaktion Wildeshausen
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