DREIBERGEN - DREIBERGEN - Schule einmal ganz anders gab es bei den Waldjugendspielen in Dreibergen. Das Umweltzentrum Ammerland organisiert die Spiele jährlich für die neuen fünften Klassen der Haupt- und der Realschule Bad Zwischenahn. „Die Exkursion in den Wald fördert die Sozial- und Fachkompetenz der Mädchen und Jungen“, sagt Ute Aderholz, Leiterin des Umweltzentrums.
Rund 125 Fünftklässler haben an den diesjährigen Waldjugendspielen teilgenommen und ihr Klassenzimmer für einen Vormittag gegen die herbstliche Natur eingetauscht. An 20 Stationen konnten die Kinder unter Aufsicht von Lehrern, Jägern des Hegerings Bad Zwischenahn oder Thomas Watermann vom Forstamt Neuenburg ihre „waldfachlichen“ Kenntnisse unter Beweis stellen. Schüler der Abschlussklassen standen den Kindern als Betreuer zur Seite und gaben ihnen Hilfestellung bei der Lösung der zum Teil kniffligen Aufgaben:
Zuerst wurden per Losentscheid einzelne Gruppen gebildet: Die bekamen Waldnamen wie Marder- oder Habichtgruppe. „Das fördert die Gruppendynamik unter den Kindern“, erklärt Aderholz. Gerade zu Beginn der Haupt- und Realschule würden die meisten ihre Mitschüler noch nicht so richtig kennen. Die Spiele seien ein verbindendes Element. Nicht nur Teamwork, auch Fachwissen ist bei den Waldjugendspielen gefragt. Ob es nun darum ging, mit Buchstabenkärtchen „Waldwörter“ zu bilden, Baumstämme zu zersägen oder beim Zapfenweitwurf zu punkten – immer stand das Thema Wald im Mittelpunkt. Auf knifflige Fragen folgten manchmal verblüffende Antworten: So mussten die Kinder beispielsweise herausfinden, bis wohin die Baumwurzeln reichen. Bis zu den äußersten Ausläufern der Baumkrone, lautete die korrekte Antwort. Auch der Bereich Jagd kam nicht zu kurz: An verschiedenen Stationen machten die Jäger
des Hegerings den Schülern bewusst, warum es wichtig ist, auf Jagd zu gehen: Wildtiere wie Rehe haben keine natürlichen Feinde mehr. Werden sie nicht erlegt, könnten sie Schäden im Forst anrichten. Einige schiefe Töne kamen beim Jagdhornblasen heraus. „Das Ganze glich einem Casting – wer wird der Superstar des Waldes?“, lachte Aderholz. Nachdem die Schüler auf Tuchfühlung mit Jagdhunden gegangen waren, mussten sie Tierpräparate erkennen und Früchte einzelnen Bäumen zuordnen. „Wir haben den Kindern kleine Fallen gestellt und Walnüsse dazwischen gemogelt“, berichtete Aderholz. Jedes Kind erhielt eine Urkunde und kleine Präsente. Im kommenden Jahr gehen die Waldjugendspiele in die nächste Runde. Dann nimmt erstmalig auch das Gymnasium daran teil.
