DüNSEN - „Unsere Schule soll leben“, hatte der Schulvorstand der Grundschule Dünsen die Bürgerversammlung überschrieben – und das war auch die Botschaft, die am Mittwoch von der Runde in der vollbesetzten Dünsener Kirche ausging. In gut zwei Stunden engagiert geführter Diskussion bekräftigten Eltern, Lehrer und Bürger: Sie wollen nichts unversucht lassen, eine drohende Auflösung der Grundschule abzuwenden und auch über Dünsen hinaus Unterstützung dafür zu finden. Als erste indes hatten die Jüngsten das Wort: Die Viertklässler der Grundschule hatten eigens ein Lied gedichtet, mit dem sie ihre Bitte vortrugen: „Lasst unsere Schule steh’n ... – wir woll’n, dass sie für immer bleibt.“
Danach dann kämpferische Töne. „Wir wollen uns nicht einfach den Hahn zudrehen lassen“, bekräftigte Schulleiterin Gabriele Chapus und gab sich zuversichtlich, die Schule zu retten. Einen Weg sah sie in der Erweiterung des Schulprofils – etwa durch Einrichtung einer Schuleingangsstufe in Dünsen, Musikklassen oder als „bewegte Schule“, so dass die Samtgemeinde ein Schulstandort mit verschiedenen Angeboten sei.
Freilich: Es blieb angesichts vorgerückter Zeit beim Kurzanriss der konzeptionellen Ideen. Umso länger die Diskussion, bei der sich auch Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes als Gast mit Fragen und Protest besorgter Bürger konfrontiert sah. Angesprochen wurde die Idee, Kirchseelter in Dünsen zu unterrichten und so mehr Schüler zu haben, angesprochen wurden auch die jüngsten Daten zu Investitions- und laufenden Kosten an der Schule. „Warum sprechen wir immer nur über Zahlen?“, ärgerte sich Schulratsvertreterin Stefani Hehr: Nach Ergebnissen der Pisa-Studie sei Dünsen „die ideale Schule“ mit kleinen Klassen und Transparenz, zudem sozialer Mittelpunkt: „Die Schule ist eine Perle!“ Auch anderen waren Zahlenspiele Dorn im Auge: „Eine Entscheidung nach nackten Zahlen geht auf den Rücken der Kinder“, befand Uwe Kräkel, ein anderer Zuhörer ergänzte unter Beifall: „Wie kommt man auf diese kleine Schule: die Kuh, die so viel Milch gibt und so wenig kostet?“ Für Udo Gehrmann war klar: „Für
Bildung muss man Geld in die Hand nehmen.“Seine Idee mit Blick auf die Grundschule Harpstedt: „Vielleicht zwei kleinere Standorte erhalten – den kleinen etwas größer machen, den mittleren etwas kleiner.“
Ein klares Votum für die Grundschule gaben auch Dünsens Bürgermeister Hartmut Post („Wenn die Schule stirbt, stirbt auch unser Dorf“) sowie Amtsvorgänger Heinrich Wessel ab, der vor Jahren eine ähnliche Debatte um die Schule miterlebte, ebenso Ratsherr Heinz-Jürgen Greszik. Dessen Fraktionschef im Samtgemeinderat, Walter Raem, bekundete indes, die SPD werde erst nach den Infogesprächen Stellung beziehen. Der Schulvorstand will nun zunächst alle Samtgemeinderatsmitglieder zum Besuch in der Schule einladen.
Als größere Aktion kündigte Stefani Hehr bereits eine Demo an: Sie rief dazu auf, „mit Pauken und Trompeten durch Harpstedt zu ziehen“.
Schülerzahlen gehen zurück
