Oldenburg - Die kommenden Wochen und Monate werden für die aktuell 1373 Viertklässler an den Oldenburger Grundschulen und für ihre Eltern aufregend: Der Wechsel zur weiterführenden Schule steht an. Dabei fällt diesmal eine konkrete Entscheidungshilfe weg: Erstmals gibt es in diesem Schuljahr keine schriftliche Laufbahnempfehlung mehr. Die rot-grüne Landesregierung will mit dieser Änderung des Schulgesetzes den Leistungsdruck, unter dem schon Grundschulkinder stehen, entschärfen.

Die bisherige Schullaufbahnempfehlung wurde durch zwei Beratungsgespräche im Laufe des 4. Schuljahres ersetzt, die für die Eltern allerdings nicht verpflichtend sind.

Eine weitere Änderung in diesem Schuljahr: Viertklässler bekommen ihre Zeugnisse nicht mehr vorzeitig schon im Mai ausgehändigt, sondern erst – wie alle anderen Schüler auch – am letzten Schultag vor den Sommerferien. Für die Anmeldungen und Bewerbungen sind in der Regel die Halbjahreszeugnisse, die an diesem Mittwoch verteilt werden, maßgeblich.

Es sei wichtig, dass Eltern die Beratungsgespräche auch tatsächlich wahrnehmen und genau hinhören, wenn es um die Stärken und Schwächen ihrer Kinder geht, betont Susann Finger-Vosgerau, die Leiterin der Grundschule Etzhorn. Der Inhalt der Gespräche wird in einem Protokoll festgehalten, das indes nicht an die aufnehmenden Schulen weitergereicht wird, betont die Schulform-Sprecherin der Grundschulen. Befürchtungen, dass mit den Protokollen anders verfahren wird, hätten zunächst Unruhe aufgekommen lassen, jetzt verliefen die Beratungsgespräche jedoch „entspannt“, urteilt Finger-Vosgerau.

Sie empfiehlt Müttern und Vätern, sich ein eigenes Bild von den in Frage kommenden Schulen zu machen, zum Beispiel bei den zahlreichen Tagen der offenen Tür oder Informationsveranstaltungen, die die Gymnasien, Oberschulen und Gesamtschulen in den nächsten Wochen anbieten. Finger-Vosgerau rät Eltern aber auch, ihre Entscheidungen nicht von einem Besichtigungstermin oder gar einem Bauchgefühl abhängig zu machen, sondern Schulprofile sorgfältig zu vergleichen. Damit der Wechsel auf die weiterführende Schule möglichst reibungslos verläuft, dürften folgende Fragen eine Rolle spielen: Liegt die Wunschschule in der Nähe? Oder ist das Kind eine halbe Stunde oder länger mit dem Bus unterwegs? Wie sieht das Fremdsprachenangebot aus? Wo kommen die Neigungen des Kindes am besten zur Geltung? Braucht es einen eher behüteten Rahmen oder das umfassende Angebot einer großen Schule?

Diese NWZ-Serie hilft Eltern beim Faktensammeln.