ECKFLETH - An diesem Montag feiert Anke Mielcke nicht nur ihren 58. Geburtstag – es ist auch der Tag, an dem sie aus gesundheitlichen Gründen in den Vorruhestand tritt.
Der letzte Schultag, dem die Lehrerin aus Leidenschaft mit gemischten Gefühlen entgegen ging. „Es fällt mir schwer, diese Grundschule, das Kollegium und die Moorriemer Kinder zu verlassen,“ sagt Anke Mielcke. „Ich muss aber auch den Tatsachen ins Auge sehen“.
„Ein Mädel, das nicht weiß, wann die Rübenernte beginnt, kann man in der Landwirtschaft nicht gebrauchen“. Die Worte ihres Vaters hat Anke Mielcke noch im Ohr.
Die gebürtige Ammerländerin wusste schon an ihrem ersten Schultag, wohin ihr Lebensweg führen sollte. „Meine erste Klassenlehrerin hat mich so beeindruckt, dass ich ganz begeistert nach Hause kam und sagte, das will ich später auch einmal machen. Für mich als Landkind eröffnete sich eine ganz neue Welt“.
Stationen auf dem Weg in die „neue Welt“: Nach dem Abitur studierte Anke Mielcke Pädagogik in Oldenburg, unterrichtete in Bohlenbergerfeld, danach zehn Jahre an der Boitwarder Grundschule.
Schließlich kam sie im Jahr 1988 zur Grundschule Moorriem. Das respektvolle Miteinander und die Wertschätzung zwischen Kindern, Lehrern und Elternschaft hätten zur Atmosphäre an dieser Grundschule beigetragen. „Wir haben die Kreativität nie von amtlichen Erlassen beeinträchtigen lassen“, betont Anke Mielcke. Zu einem der bleibenden Erlebnisse zählt sie die Aufführung der „Mooroper“, aber auch das Comenius-Projekt.
„Wenn ich künftige Bürgermeisterin von Elsfleth würde“, sinniert Anke Mielcke scherzhaft, „dann würde ich für einen Radweg an der Moorriemer Hellmer sorgen und mich für den Erhalt des dörflichen Charakters einsetzen. Aber im Moment habe ich reichlich zu tun – ich stricke wie wild für mein erstes Enkelkind.“
