Edewecht - Sie waren super aufgeregt: die Raupen, Clowns, Artisten, Akrobaten und Zauberkünstler aus dem Kindergarten Lüttje Hus in Edewecht. Alle 100 Mädchen und Jungen aus der Einrichtung hatten tagelang kräftig geübt. Mit Zirkusdirektor Gino Spindler vom Mitmach-Zirkus Montani und seiner Familie hatten die Edewechter Kita-Kinder ein großes Showprogramm erarbeitet. In einem echten Zirkuszelt auf dem benachbarten Sportplatz wurden die Kinder zu Stars in der Manege. . 350 bis 400 Zuschauer, hauptsächlich Eltern und Verwandte, waren begeistert.
Vor der Show ging es im Kindergarten turbulent zu. Kita-Leiterin Angelika Hillje und ihre elf Kollegen halfen den Kleinen beim Schminken und Anziehen. Viele Kostüme hatte der Mitmach-Zirkus mitgebracht, einiges hatten die Eltern genäht.
Nur eine Woche hatten die Kinder Zeit, sich auf ihren Auftritt vorzubereiten. Gino Spindler brachte ihnen die Choreographien bei. „Am Anfang waren sie schon ängstlich aber letztendlich haben sie das alle super gemacht“, sagte Lolita Spindler. Die 59-Jährige kündigte die verschiedenen Auftritte im Zelt an. In der achten Generation ist sie nun mit dem Mitmach-Zirkus aus dem Emsland unterwegs. Schülern und Kita-Kindern bieten sie die Möglichkeit, hautnah Zirkus-Atmosphäre zu schnuppen.
Kleine Raupen
Den Anfang der Show machten die 14 kleinen Raupen. Mit den Dreijährigen stand Kindergartenleiterin Angelika Hillje in einem Halbkreis in der Manege, zusammen tanzte man zum Lied Kleine Raupe Nimmersatt.
Als nächstes kamen die Bodenturner an die Reihe. 13 Mädels schlugen Rad, gingen in den Spagat und formierten sich zu Pyramiden. Bei vielen Hebefiguren kam Gino Spindler dazu. Die vierjährige Jale balancierte sogar für kurze Zeit nur mit ihrem Kopf auf seiner Handfläche. „Das war gar nicht schwer, mit meinem Papa hab ich das vorher immer geübt“, sagte sie danach.
Kilian in der Kiste
Auch die Zauberkünstler beeindruckten das Publikum. Kilian saß dabei in einer Kiste. Der Dreijährige hatte eine ganz besondere Aufgabe: Nicht von den Schwertern durchbohrt zu werden, die seine Freunde dann in die Kiste steckten. Voller Freude hüfte er anschließend vor dem Publikum herum. „Ich war ganz mutig“, sagte Kilian später.
Mit bunten Reifen kamen fünf Mädchen in die Manege: die Hula Hoop-Gruppe. Danach ging es weiter mit einem humorvollen Akt der Discoclowns. Für viele Lacher sorgten auch die „Gewichtheber“. Der sechsjährige Jannik zeigte sein Können. Ganz eindrucksvoll stemmte er Gewichte. „Die waren nur aus Styropor“, verriet Kita-Leiterin Angelika Hillje schmunzelnd. An der Hand eines Erwachsenen ging es danach für einige Mädchen über das Seil. Auch Gino Spindler, seine Partnerin Ceylan und seine Tochter Shanaya traten zwischen den Kindern auf. Shanaya beeindruckte beim Hula Hoop, Gino als Feuerspucker.
Dank an Eltern
„Ohne die Eltern hätten wie das alles nicht geschafft“, sagte Kita-Leiterin Hillje. Die Mitglieder des Fördervereins des Kindergartens verkauften in der Pause Bratwürste und Brezeln auf dem Zirkusgelände. „Knapp 90 Euro haben die Eltern allein nur mit Brezeln eingekommen“, so Hillje. Das ganze Projekt wurde selbst finanziert, 1100 Euro nahmen sie durch den Kartenverkauf ein.
Vieles, aber nicht alles lief rund. Manchmal fiel mal ein Hula Hoop-Reifen zu früh zu Boden, jemand verpasste seinen Einsatz. Doch das gehört störte niemanden: die Zuschauer strahlten und applaudierten kräftig. „Ich finde, alle haben sich sehr viel Mühe gegeben, vor allem mit der Dekoration und den Kostümen“, sagte l Klaus Schwellenbach aus Edewecht. Er war gekommen, um seinem Enkel zuzuschauen. „Es ist unglaublich, was die Kleinen alles gemeistert haben“, freute sich Kita-Leiterin Angelika Hillje. Das Schönste von allem war zu sehen, „was für ein Selbstbewusstsein die Kinder durch das Zirkusprojekt bekommen haben.“
