EDEWECHT - Das ist nicht gut. Theis hat keinen Puls mehr. Aber Entwarnung! Als Philipp seinen Finger ein bisschen zur Seite bewegt, spürt er Theis’ Herzschlag wieder ganz deutlich. Bei der Prüfung zur Rettungsschwimmerausbildung in Bronze an der Realschule Edewecht, wurden von den Prüfern der DLRG auch Kenntnisse über den Blutkreislauf abgefragt.

Nebenan auf dem Flur der Sporthalle versuchen Max, Tibo, Hergen und Patrick punktgenau eine Rettungsleine zu werfen, mit der im Ernstfall Menschen aus dem Wasser gerettet werden könnten. In ihrem Wahlpflichtkursus Schwimmen an der Realschule wurden die 14 Schüler von ihrem Lehrer Stefan Schäl in Zusammenarbeit mit der DLRG auf die verschiedenen Prüfungsaufgaben vorbereitet. Und sowohl Lehrer Schäl als auch die DLRG-Ausbilder, die den Schülern immer wieder mit ihrer Praxiserfahrung unter die Arme greifen, sind von den Fortschritten der Schüler begeistert: „Es ist toll zu sehen, mit wie viel Engagement die Schüler bei der Sache sind“, sagt Schäl. Durch den engen Praxisbezug steigt zudem die Lernmotivation: „Die Schüler, das merkt man deutlich, haben ein Ziel, das sie erreichen wollen“, hat Stefan Schäl beobachtet.

Auch die Schüler selbst sind von dem Konzept überzeugt: „Am Anfang macht man gerade bei den Rettungsübungen noch Fehler, aber die stellt man dann nach und nach mit Hilfe der Ausbilder ab“, sagt Philipp. Und Timo, der wie alle anderen Teilnehmer des Kurses bei seinen Badeausflügen noch nie einen Ertrinkenden retten musste, ist froh, auch etwas über die Haupteigenschaft eines Retters gelernt zu haben: „Man muss vor allen Dingen einen kühlen Kopf behalten, und erst in Ruhe überlegen wie man in einer Notsituation am besten helfen kann“, sagt Timo. Dieses Motto haben die Schüler an diesem Tag beherzigt: Alle 14 haben ihre Prüfung bestanden.

Diese NWZ -Serie erläutert unterschiedliche pädagogische Ansätze und verfolgt deren Umsetzung an den Schulen.