EDEWECHT - Schon in der jüngsten Sitzung des Edewechter Schulausschusses war das Thema unterschiedlich bewertet worden, jetzt sorgte es erneut für „Zündstoff“: Die Frage, ob die Gemeinde Edewecht den Kreis auffordern solle, die Einrichtung einer „Integrativen Gesamtschule“ (IGS) für alle Ammerländer Schüler zu prüfen, führte auch im Edewechter Gemeinderat zu einer kontorversen Diskussion.

Wie alle anderen Ammerländer Gemeinden wurde auch Edewecht um eine Stellungnahme zum Schulentwicklungsplan des Landkreises Ammerland gebeten. Dieser bildet den „roten Faden“ für die künftige Entwicklung aller Ammerländer Schulen.

Kontroverse Diskussion

Edewechts CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Seeger sagte in der Ratssitzung, dass seine Fraktion die Einrichtung einer IGS in Edewecht nicht für sinnvoll erachte, weil sie bestehende Schulformen schwächen werde. Man könne jedoch nicht Edewecht als IGS-Standort ablehnen und darauf verweisen, dass eine solche Schule in einer anderen Ammerland-Gemeinde eingerichtet werden solle. Die CDU lehne es – im Gegensatz zur Mehrheit des Edewechter Schulausschusses ab – den Landkreis aufzufordern, die Einrichtung einer IGS für das Ammerland prüfen zu lassen.

SPD-Ratsherr Helmut Pfeiffer entgegnete, dass es nicht darum gehe, zu entscheiden, ob eine IGS sinnvoll sei oder nicht. Es ginge viel mehr um mehr Bürgernähe, darum, dass ein Teil der Ammerländer Eltern eine solche Schulform für gut und richtig erachte. Der Landkreis solle lediglich prüfen, ob landkreisweit Bedarf an einer solchen Schulform bestünde. Man bitte die CDU, diesem Prüfauftrag zuzustimmen.

Thomas Apitzsch (UWG) verwies darauf, dass auch Edewechter Eltern schulische Wahlmöglichkeiten für ihre Kinder haben sollten. In allen Landkreisen rund um das Ammerland und in der Stadt Oldenburg würden die pädagogisch sinnvollen Integrativen Gesamtschulen eingerichtet. Man könne doch nicht an das dreigliedrige Schulsystem aus dem dem letzten Jahrhundert festhalten und Eltern Wahlmöglichkeiten verwehren. Grüne-Ratsherr Uwe Heiderich-Willmer erklärte, dass Integrative Gesamtschulen von der Schulform her „die erste Wahl“ seien, weil sie am besten auf die gesellschaftlichen Probleme reagierten. Seine Fraktion setze sich für eine solche Schule im Kreis ein. Bürgermeisterin Petra Lausch erklärte, sich in dieser Frage enthalten zu wollen.

Geheime Abstimmung

Die SPD-Fraktion beantragte zu diesem Tagesordnungspunkt geheime Abstimmung. 14 Ratsmitglieder stimmten für den Prüfauftrag, 14 dagegen, darüber hinaus gab es eine Enthaltung. Bei Gleichstand gilt der Antrag als abgelehnt.

Ferner stimmte der Rat bei zwei Enthaltungen der Schulentwicklungsplanung des Landkreises grundsätzlich zu. Mehrheitlich (zwei Neinstimmen) beschloss das Gremium auch, dass die Einrichtung einer Gesamtschule für das Edewechter Gemeindegebiet zurzeit nicht angestrebt wird. Eine Neinstimme und zwei Enthaltungen gab es bei dem Punkt, die Edewechter Gemeindeverwaltung zu beauftragen, zu einer der nächsten Schulausschusssitzungen die Vor- und Nachteile eines eigenständigen Gymnasiums Edewecht zu erarbeiten.

In der anschließenden Einwohnerfragestunde machte eine Bürgerin ihrem Ärger über die geheime Abstimmung zum Tagesordnungspunkt „Prüfauftrag IGS an den Landkreis“ laut. Sie kritisierte zudem, dass es Edewechter Eltern verwehrt werde, ihre Kinder zu einer IGS zu schicken.