EDEWECHT - EDEWECHT - „Wir haben ein Gesamtprogramm, dass die Qualität schulischer Arbeit deutlich verbessern kann“, meinte Heinz-Wilhelm Brockmann, Abteilungsleiter im Niedersächsischen Kultusministerium, vor rund 35 Zuhörern bei einer Informationsveranstaltung des CDU-Gemeindeverbandes Edewecht und des Kreisverbandes über die neue Schulstruktur.
Der Referent skizzierte einige „Bausteine“ der Reform. Nach Abschaffung der Orientierungsstufe und Wiedereinführung des dreigliedrigen Schulsystems solle nunmehr die Grundschule gestärkt werden. Sehr wichtig sei die Beratung der Eltern, die unverzichtbare Partner der Kollegien seien. Der Referent sprach die Unterrichtsversorgung an: Landesweit 20 000 Stunden mehr als vor fünf Jahren, 2000 neue Lehrer zusätzlich und 67 000 Vollzeitstellen. Gleichwohl gelte es, schränkte Brockmann ein, die Neuverschuldung herunterzufahren, und da sei auch das Kultusministerium gefordert. Angestrebt werde, die Qualität von Schule zu verbessern, die Selbstverantwortung zu stärken, so z.B. bei der Stundenplangestaltung. Ein weiterer Aspekt war das Schulinspektionssystem mit der Überprüfung durch Externe. Ein Augenmerk liege auf der Lehrerausbildung mit stärkeren und frühzeitigeren Praxisanteilen und Empfehlungen. Neu ist, das Haupt- und Realschullehrer getrennt ausgebildet werden.
In der Diskussion wurde wiederholt angemahnt, die Hauptschulen so auszustatten, dass sie nicht zu „Rest-Hauptschulen“ würden. Brockmann hielt dagegen, dass der Ganztagsbetrieb ein Förderprogramm gerade für diese Schulen sei, gebe es doch z.B. eine Neuorientierung bei Lerninhalten und Organisation, zudem Sozialarbeiterstellen. Der „freie Elternwille“ wurde thematisiert und die neue Einschulungsregelung. Aber auch kritische Töne wurden laut. Die CDU solle doch eine gute Wirtschaftspolitik initiieren, dann fänden Hauptschüler eher einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz, den sie so verzweifelt suchten. Zudem gehe die Berufsorientierung zu Lasten der Hauptschüler, könnten sie doch 16 Wochen lang nicht am Unterricht teilnehmen. Parallel sollte die Schulzeit entsprechend ausgedehnt werden, hieß es.
