EDEWECHT/WESTERSTEDE/BAD ZWISCHENAHN - EDEWECHT/WESTERSTEDE/BAD ZWISCHENAHN - Die Ammerländer Schullandschaft wird sich möglicherweise verändern: In der Gemeinde Edewecht gibt es Überlegungen, ein eigenes Gymnasium einzurichten. Bislang unterhalten Bad Zwischenahn und Edewecht eine gemeinsame Bildungseinrichtung an der Zwischenahner Humboldtstraße. Darüber hinaus gibt es an der Edewechter Hauptstraße eine Außenstelle des Gymnasiums mit 5. und 6. Klassen, die Kinder aus Edewecht besuchen.

Wie CDU-Kreistagsmitglied Wolfgang Seeger (Jeddeloh II) in der jüngsten Sitzung des Ammerländer Schulausschusses sagte, sollte im Zuge der weiteren Schulentwicklungsplanung nicht nur die bisherige Außenstellenregelung überprüft werden. Zu diskutieren wäre auch, ob in der Gemeinde Edewecht ein eigenes Gymnasium eingerichtet werden könne. Dieses „Bedürfnis nach Einrichtung einer Schule“ begründete Seeger damit, dass derzeit rund 650 Edewechter das Gymnasium Bad Zwischenahn/Edewecht besuchten und dass auch in nächsten Jahren mit hohen Schülerzahlen aus Edewecht zu rechnen sei. Aus Edewechter Sicht sei zudem anzumerken, dass die Gemeinde jährlich allein 100 000 Euro an Sachkosten für das gemeinsame Gymnasium bezahle und – ohne weiteres Mitspracherecht des Edewechter Rates – an Investitionskosten für die Schule beteiligt werde. Fraktionsübergreifend entwickele man in Edewecht Überlegungen „für eine Edewechter Lösung“.

Gegenüber der NWZ bestätigte Edewechts Bürgermeisterin Petra Lausch, dass es Überlegungen für ein eigenes Gymnasium gebe.

„Zwei Gymnasien in Bad Zwischenahn und Edewecht sind eine schlechte Lösung“, sind sich Zwischenahns Bürgermeister Jan-Dieter Osmers und Bernd Pohlig, Leiter des Gymnasiums Bad Zwischenahns/Edewecht, einig. Das große Gymnasium mit seinen 1450 Schülern zeichne sich durch ein vielfältiges Kursangebot in der Oberstufe aus. Zwei kleine Gymnasium könnten nur das Pflichtprogramm anbieten. Das würde womöglich dazu führen, dass Schüler nach Klasse 10 verstärkt zu anderen Gymnasien wechselten. Das gelte auch für den Fall, dass Edewecht ein Gymnasium nur bis zur 10. Klasse einrichten werde. Die Zweierlösung schwäche beide Standorte. Darüber hinaus, so Osmers, seien zwei Schulen teurer. Räume würden durch den Abzug von Edewechter Schülern nicht in dem Maße frei, wie man sie im Schulzentrum z.B. für Zwischenahner Hauptschulklassen benötigen würde. Somit müsste in Bad Zwischenahn und in Edewecht neu gebaut werden.

Die weitere Schulentwicklungsplanung wird nun Thema von Gesprächen sein, die Vertreter der Gemeinden Edewecht und Bad Zwischenahn mit dem Landkreis führen werden.