Gießelhorst - Bereits seit 125 Jahren steht die Schule in Gießelhorst. Grund genug für eine große Jubiläumsfeier, dachten sich nicht nur die Veranstalter, sondern auch einige hundert Besucher am Sonnabend.

Bürgermeister Klaus Groß war sichtlich beeindruckt. „Es ist ein wunderbares Bild und dokumentiert eindrucksvoll, wie ein Dorf zusammenhält“, richtete er seine Worte an die Gäste im Festzelt. „Die Schule ist für die Kinder hier kein Reizwort, sondern ein Ort, an dem die ersten Schritte ins Leben beginnen.“ Er lobte die engagierte Elternschaft mit dem Förderverein um die jetzige erste Vorsitzende Nicole van Hove, die das Fest organisiert hatte.

Mitte der 1980er Jahre stand die Schließung der Grundschule zur Debatte. Der Elternwille machte damals deutlich, dass diese Schule erhalten bleiben sollte. Oberregierungsdirektor Manfred Janßen von der Landesschulbehörde Oldenburg machte deutlich, dass diese Schule auch zukünftig nicht von einer Schließung bedroht sei. „Die Überschaubarkeit und die Nähe zwischen den Lehrkräften und den Schülern schaffen dabei eine besonders vertraute Atmosphäre“, sagte er über die Arbeit an der Einrichtung.

Von dem großen Zuspruch zur 125-Jahr-Feier war Schulleiterin Hannelore Jackson überrascht. „Ich bin froh, dass wir uns für das große Zelt entschieden haben“, erklärte sie, als sie bei der Begrüßung in die Runde blickte. Mit einem vielseitigen Programm wurde das Bestehen dieser „Zwergschule“, an der knapp 50 Schüler in vier Klassen unterrichtet werden, gefeiert.

Seit dem vorigen Jahr ist die GS Gießelhorst Teilnehmerin des europaweiten Comenius-Projektes „Celebrating Europe“. So lernen die Schüler in der auf zwei Jahre angelegten Aktion die Feiertage der beteiligten Länder im Unterricht kennen. Die Gießelhorster haben Kontakte zu acht Grundschulen im Ausland aufgebaut, um sich inhaltlich auszutauschen, aber auch gegenseitig zu besuchen. So war eine Delegation aus einer slowakischen Partnerschule im Ammerland und leistete eigene Beiträge zur Feier.

Im Schulgebäude gab es alte Fotos und Schulgerätschaften zu sehen. Dazu entstand ein „Stammbaumbild“ der Einrichtung. Ehemalige Schüler konnten auf einem Bild ihre Fingerabdrücke hinterlassen und damit dokumentieren, wann sie eingeschult wurden. Ein Ehemaliger hatte die Schule immerhin im Jahr 1943 besucht. Das Bild soll später den alten Hauptflur schmücken. Die Feier endete am Abend mit einer großen Tanzveranstaltung.