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Mariengymnasium Eigene Wetterstation im Zimmer

Jever - Harte Arbeit soll belohnt werden. Und deshalb durften die Schülerinnen und Schüler des Mariengymnasiums mit den best benoteten Facharbeiten ihre Ergebnisse am Dienstag im Bürgerhaus Schortens vorstellen. Dieses Schülersymposium fand bereits zum zweiten Mal statt – nicht selten waren bewunderndes „ah“ und „oh“ sowie reichlich Applaus zu hören.

Einen Vormittag lang haben sieben Schüler ihre Facharbeiten vorgestellt. Sie wurden im Seminarfach geschrieben, das zu einem möglichst fachübergreifenden Oberthema läuft. Ziel ist, eine wissenschaftliche Arbeit zu erstellen.

Die Themen des Vormittags waren ganz unterschiedlich. Neben Charlotte Hinrichs, Jan-Hendrik Stepanek, Tjark Behnke, Alexander Wilhelmy und Philipp Schick hat Meret Wiese ihre Arbeit vorgestellt. Ihr Titel: „NS-,Euthanasie‘ und Erinnerung: Historische Aufarbeitung und Gedenkkultur am Beispiel der Pflege- und Heilanstalt Wehnen/Oldenburg“.

Gedanke gab es vorher

Euthanasie nennt man die systematischen Morde an behinderten Menschen, die insbesondere in der Zeit des Nationalsozialismus’ als so genannte „nationalsozialistische Rassenhygiene“ stattfand. Aber nicht nur in dieser Zeit: „Dieser Gedanke war auch schon vorher da“, betonte Meret Wiese.

Die Euthanasie fand nämlich nicht vornehmlich zum Beispiel in Konzentrationslagern statt, sondern eher in Krankenhäusern sowie Heil- und Pflegeanstalten. Durchgeführt wurde sie von Ärzten oder Krankenschwestern. „Gerade an diesen Orten, an denen sich die Menschen auf das heilende Umfeld verließen, ist so etwas Schlimmes passiert“, sagte Meret Wiese.

Eine Schlüssellektüre vieler Ärzte sei dabei das schon 1859 erschienene Buch des Naturforschers Charles Darwin „Über die Entstehung der Arten“ gewesen, hat Meret Wiese herausgefunden. Einer der Gedanken von Darwin war, dass sich in der Tier- und Pflanzenwelt allein der Stärkere durchsetzt. Das wurde auf die Menschen übertragen: Die „schwächeren“, kranken und behinderten Menschen wurden selektiert und ermordet.

Meret Wiese zeigt in ihrer Arbeit: Das geschah in ganz Deutschland – und auch in der Nähe: In der Heilanstalt Wehnen/Oldenburg. Darüber hat die Schülerin mit Ingo Harms gesprochen, , der sich ausgiebig mit Wehnen beschäftigt hat. Zwar ist die historische Aufarbeitung dort erst spät erfolgt, aber dennoch: Inzwischen ist die Resonanz groß, 2004 wurde die Gedenkstätte „Alte Pathologie“ in Wehnen geöffnet.

Das Fazit von Meret Wiese: „Wir müssen heute Menschen mit Behinderung verstärkt wahrnehmen, so etwas wie damals darf nie wieder passieren.“ Dafür erhielt sie großen Applaus von Schülern und Lehrern.

Sensoren entwickelt

Einem ganz anderen Thema widmete sich Lukas Jansen. Der Titel seiner Facharbeit: „Entwicklung einer internetfähigen Wetterstation“. Er entwickelte Sensoren, mit deren Hilfe er per W-LAN zum Beispiel Temperatur, Luftdruck oder Luftfeuchtigkeit in einem Raum ablesen und in einer Datenbank speichern kann. Als Beispiel las er vor dem Publikum die Werte in seinem Zimmer zu Hause ab. „Etwas hohe Luftfeuchtigkeit – ich sollte mal lüften“, scherzte er.

Für diese Arbeit bekam Lukas Jansen hörbar Anerkennung. Schüler und Lehrer waren erstaunt über sein Ergebnis. Ein Schüler fragte ihn, wie lange er daran gearbeitet habe. „Über die Osterferien habe ich fünf Tage die Woche daran gesessen“, sagte Lukas Jansen. „Von morgens bis abends: löten, programmieren, essen, löten, programmieren, schlafen.“

Mitorganisator Ralf Boes ist sehr zufrieden mit dem Symposium. „Es war ein voller Erfolg. Die Arbeiten waren alle auf hohem Niveau – sie haben viele Themen abgedeckt.“

Antje Brüggerhoff
Antje Brüggerhoff Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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