Friesoythe - „Eins eint alle – und das ist das gemeinsame Ziel“, sagt Ludger Bürmann. Der Privatdozent für Ausbildungs- und Meisterkurse steht vor seiner 18-köpfigen Klasse im Katholischen Bildungswerk Friesoythe. Sie alle besuchen den Meisterfortbildungslehrgang „Ausbildung der Ausbilder“ und sind am Ende, nach bestandener Prüfung vor der Handwerkskammer, Ausbilder oder Meister.
Von der Fachkraft für Lebensmitteltechnik, über die Steuerfachangestellte bis hin zum Dachdecker – in der Klasse herrscht sowohl Berufsvielfalt als auch eine vielschichtige Altersstruktur. Das fördere den Erfahrungsaustausch, weiß Bürmann. Inhaltlich beschäftigen sich die Teilnehmer mit Berufs- und Arbeitspädagogik sowie gesetzlichen Regelungen, wie der Handwerksordnung oder dem Jugendarbeitsschutzgesetz.
Inzwischen versuchen bereits 18- bis 19-Jährige den Meister zu absolvieren. Hier werde das große Engagement der Teilnehmer deutlich, sagt Bürmann. Auch Jana Meyer (28) aus Friesoythe hat sich für den Vollzeitkursus entschieden. Sie ist gelernte Fotografin und möchte den Ausbilderschein für ihre Meisterprüfung machen, um sich später selbstständig zu machen. „Um aus der Masse herauszustechen, braucht man einfach den Meister“, sagt die 23-Jährige. Auch Dmitrij Ebers absolviert den Kursus, um seine Meisterprüfung abzulegen und sieht vor allem größeres Einkommen und Fachkenntnisse als Ansporn. „Vor drei Jahren habe ich meinen Servicetechniker gemacht. Jetzt ist es an der Zeit, den Meister zu machen – den muss man haben,“ findet er.
Seit 2007 werden im Katholischen Bildungswerk Meistervorbereitungslehrgänge angeboten. Etwa 130 Teilnehmer und fast 900 Unterrichtsstunden konnten 2013 gezählt werden, sagt die Stellvertretende Leiterin des Bildungswerkes, Ulla Lindemann.
